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Es war zu viel für ihn: Guido Bucholtz.

Umstrittene Mauer in Neuperlach

„Feindliche Stimmung“: Eklat bei Bezirksausschuss-Sitzung

München - Bei der BA-Sitzung Ramersdorf/Perlach sieht sich Mauer-Kritiker und BA-Stellvertretender Guido Bucholtz mit einer „feindlichen Stimmung“ konfrontiert. Es kommt zu Eklat.

Ab einen gewissen Punkt war es zu viel für Guido Buchholz. Der parteilose Lokalpolitiker und stellvertretende Vorsitzende des Bezirksausschusses Ramersdorf / Perlach musste die Sitzung am Donnerstagabend, bei der auch Münchens Dritte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) anwesend war, frühzeitig verlassen.  „Ich konnte den Druck nicht mehr ertragen“, sagt er. Noch immer ist er aufgebracht. Schon als Bucholz den Sitzungssaal betreten hatte, nahm er eine „feindliche Stimmung“ wahr, sagt er. Ein Zettel wurde ihm gereicht, auf dem beschmierte Hauswände in Neuperlach zu sehen waren, die aus Protest gegen die umstrittene Mauer von Unbekannten besprüht wurden. Bucholtz sei vermittelt worden, dass dies ihm zu verdanken sei. Zu viel wurde es Guido Bucholtz, als BA-Mitglied Markus Blume (CSU) ihn damit konfrontierte, warum er sich nicht entschuldige und Konsequenzen ziehe. Daraufhin verließ er den Raum.

Eine feindliche Stimmung herrschte im Saal

Die aufgeladene Stimmung rührte daher, dass er die Lärmschutzmauer an der Flüchtlingsunterkunft für unbegleitete Flüchtlinge filmte und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Damit hatte er eine weltweite Reaktion ausgelöst.  Heftige Proteste und ein hohes mediales Interesse - auch international - sind der Sitzung am Donnerstag vorausgegangen. Die Anwohner des Flüchtlingsheims an der Nailanstraße, die die Lärmschutzwand vor Gericht erstritten hatten, waren heftiger Kritik ausgesetzt. Die Mauer wurde mit Worten wie „Rassismus pur“ besprüht. Auch Häuser von Anwohnern blieben nicht verschont. Blume, dem eine jahrelange Freundschaft mit Bucholtz verbindet, steht dazu, dass er eine Entschuldigung gefordert habe und Bucholtz darauf aufmerksam machte, Verantwortung zu übernehmen und sich zu entschuldigen. BA-Chef Thomas Kauer sagt: „Ich bedaure die Entwicklung und die Eskalation die der ganze Protest in den letzten Tagen genommen hat.“ 

Kritisch sei der Vergleich des  Neuperlacher Lärmschutzes mit der Berliner Mauer. Die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco hatte am 9. November - am Tag des Mauerfalls - mit der Aktion „Checkpoint Ali“ auf vermeintliche Parallelen zwischen der Mauer in Neuperlach und der in Berlin hinweisen wollen. „Geschmacklos“ nannte dies BA-Chef Thomas Kauer in einem Bericht. Sogar eine Petition für den Abriss der Wand wurde gestartet. Viele  Anwohner empörten sich. BA-Chef Thomas Kauer fürchtet eine Eskalation der Situation und  informierte sogar die Polizei über die bevorstehende „sensible Sitzung“ am Donnerstag. Ein Streifenwagen patrouillierte aus diesem Grund vor dem Kulturhaus amHanns-Seidl-Platz. All diese heftigen Reaktionen und mit dieser „Empörungswelle“ habe niemand erwartet. Und waren bestimmt nicht beabsichtigt, sagt Bucholtz, der selbst Massen an Hass-Mails erhalten hat. „Es wurde ein Schuldiger gesucht und an mir festgemacht“, sagt der parteilose Vize-Vorsitzenden des BA Ramersdorf-Perlach.

Zu diesem will er sich jedoch nicht machen lassen. In der Sitzung hatte Bucholtz noch einmal zu dem Thema gesprochen und seine „Sicht der Dinge dargelegt“. Mit seinem Video wollte er lediglich den Baufortschritt der Wand dokumentieren und darauf aufmerksam machen. Niemanden wollte er damit an den Pranger stellen. „So etwas liegt mir mehr als fern“, sagt Bucholtz.

Dieses Bedauern hätte Bucholtz auch in der Sitzung öffentlich bekunden müssen, sagt Blume. „Man hat auf eine Erklärung gewartet“, betont Kauer. Wie es weitergehen wird, werde man sehen, sagt Bucholtz. Auch Kauer sagt: „Alles weitere wird die Zeit zeigen.“ Man bedaure die Eskalation der Lage und hoffe, dass bald wieder Normalität einkehrt. 

maw

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