Blockabfertigung am Ring-Tunnel

Kollaps am Ring? Stadt erwartet Mega-Staus im August

München - Autofahrern droht auf dem Mittleren Ring der Stillstand. Ab 8. August ist der Isarring Richtung Schwabing wegen Bauarbeiten für drei Monate nur einspurig. Mega-Staus bis zum Autobahnanschluss Ramersdorf sind zu erwarten. 

Große Schilder mit der Aufschrift „Hier wird’s eng!“ sollen in Kürze die Autofahrer vorwarnen – vor der neuen Großbaustelle am Mittleren Ring auf Höhe Englischer Garten. Dort wird Richtung Schwabing beim Nadelöhr Isarring/Ifflandstraße eine dritte Fahrspur an Münchens Hauptverkehrsader angebaut. Zuvor wird es jedoch dort, wo es sich heute schon staut, für drei Monate richtig eng.

Wegen der Baustelle entfällt eine der beiden Fahrspuren zwischen Bogenhausen und Schwabing. Zudem werden die Zufahrten von der Ifflandstraße und vom Effnerplatz gesperrt. „Das bedeutet für diesen mit 95 000 Fahrzeugen pro Tag sehr stark befahrenen Abschnitt des Mittleren Rings eine sehr harte Einschränkung“, räumt der Baustellenkoordinator der Stadt, Richard Bartl, ein. Denn auf der wegfallenden Spur sind etwa 1000 Fahrzeuge pro Stunde unterwegs – und die müssen sich in den drei Monaten Sperre irgendeinen anderen Weg suchen.

Doch für die Überquerung der Isar gibt es nicht viele Möglichkeiten. Und die nächstliegenden Ausweichrouten Ludwig-/Leopoldstraße oder Effnerstraße/Föhringer Ring sind in den Verkehrsspitzenzeiten keine aufnahmefähigen Alternativen.

Das weiß auch die Stadt. Sie rät zu weiträumigen Umfahrungen, den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, Rad und Roller, sowie die Bildung von Fahrgemeinschaften. Mehr noch. „Wer die Möglichkeit einer Homeoffice-Anwendung hat, sollte diese in dieser Zeit verstärkt nutzen“, erklärt Bartl. Um die Situation etwas zu entschärfen, wurde zudem die ursprünglich geplante Baumaßnahme in der Prinzregentenstraße verschoben.

Dennoch droht im Münchner Osten Schneckentempo. Zwar werden etliche Autofahrer, die vom Süden in den Norden der Stadt wollen, auf den Autobahnring A 99 ausweichen – wo angesichts der Ferien-Rückreise-Welle auch ein starker Anstieg der Verkehrsbelastung ansteht. Ortskundige werden sich Schleichwege durch die Stadtviertel und Gemeinden im Münchner Osten suchen. Allen anderen droht ein nervenaufreibender Ring-Stau.

Die Experten der Stadt rechnen offenbar mit dem Schlimmsten auf dem Mittleren Ring. Der Verkehr könnte sich bis zum Ende der Salzburger Autobahn in Ramersdorf zurückstauen. „Das ist das Horrorszenario, vor dem wir stehen“, sagt Bartl.

In diesem Fall will das Kreisverwaltungsreferat dann mit einer Blockabfertigung arbeiten. Und die Autofahrer nur noch schubweise in den Richard-Strauss-Tunnel lassen. Eventuell muss man den Verkehr sogar schon ab Leuchtenbergtunnel aufhalten. Anders als am Richard-Strauss-Tunnel gibt es dort aber keine Schranken und Ampeln für eine solche „stop-and-go“-Abfertigung.

Wie sich die Sperre des Isarrings anfühlt, können die Münchner schon in der Nacht vom 19. auf den 20. Juli erleben. Dann wird die Brückenplatte für die Verbreiterung des Unterführungsbauwerks angeliefert und eingehoben. Für diesen Vorgang wird die nördliche Fahrtrichtung im Zeitraum von 1.45 Uhr bis 4 Uhr gesperrt. Die Ableitung erfolgt über Effnerstraße und Föhringer Ring.

Im Bogenhauser Bezirksausschuss ist man enttäuscht, dass die Anregung für ein temporäres Ersatzangebot über die Schiene von Johanneskirchen Richtung Moosach nicht zustande gekommen ist. Doch die Bahn hat die Idee mit Verweis auf bestehende Fahrpläne und den Einsatz zusätzlicher Züge abgelehnt. Auch das angeregte Internet-Portal für Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten ist bei der Stadt offenbar kein Thema.

Um das Chaos nicht noch zu vergrößern, dürfe man andere Routen im Osten nicht beschränken, so die Forderung des Bezirksausschusses. Die Stadt müsse daher auch den geplanten Kreuzungsumbau Ecke Kreillerstraße/Schatzbogen verschieben.

Carmen Ick-Dietl

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