Das Landschaftsbild im Denninger Anger ist durch die Teerstraßen nachhaltig beeinträchtigt, findet  BA-Mitglied Xaver Finkenzeller (CSU).

„Eine Teerlandschaft“

Zuviel Asphalt im Denninger Anger

München - Die Asphaltierung großer Teile des Wegenetzes im Denninger Anger verärgert die CSU im Bogenhauser Bezirksausschuss.

Die Stadt hat die Wege in großen Teilen des Denninger Angers teeren lassen – sehr zum Ärger von Bürgern und Lokalpolitikern in Bogenhausen. „Das Wegenetz gleicht nun eher einer Teerlandschaft als einem harmonischem Weg, der sich in die Grünanlage unterordnet“, schimpft CSU-Fraktionssprecher Xaver Finkenzeller. Die schönen Kieswege seien zu „öden langen Teerstraßen“ geworden, das Landschaftsbild nachhaltig beeinträchtigt.

Allein der Bereich um den TSV Jahn wurde aus unerfindlichen Gründen ausgespart. Ohne das örtliche Stadtteilparlament anzuhören, habe die Stadt weitaus mehr Flächen versiegelt als ursprünglich vereinbart, erklärt Finkenzeller.

Eigentlich sollte nur die östliche Straße im Denninger Anger erneuert und geteert werden. Der Bogenhauser Bezirksausschuss (BA) hatte dem zugestimmt, weil dieser Weg bereits asphaltiert und damit versiegelt war. Auf den Schotterwegen sollte nur die Trag- und Deckschicht ausgebessert werden. Von der Stadt hat Finkenzeller die Auskunft erhalten, dass die Maßnahme dem Ausbau des Radwegenetzes diene.

Im Denninger Anger.

Offenbar wurde geteert, um nicht, wie derzeit notwendig, ständig jedes Jahr Reparaturarbeiten an den Wegen vornehmen zu müssen. „Fadenscheinige Argumente“, findet der CSU-Mann. „Ein sinnvoll gut ausgebautes Radwegenetz kann unabhängig von geteerten Straßen errichtet werden, auch bei zusätzlicher Belastung.“ Reparaturarbeiten seien dabei selbstverständlich. „Aber nicht, dass aus diesen Gründen die Wege in großen Teilen geteert werden.“ Der Englische Garten oder andere Grünanlagen in der Stadt würden weitaus intensiver genutzt als der Denninger Anger. „Trotzdem würde man hier nicht auf die Idee kommen, die Wege zu teeren.“

Offenbar erhoffe sich die Stadt, dass hier die nächsten 20 bis 30 Jahre keine Arbeiten mehr nötig sind, vermutet Finkenzeller. Doch seien frisch die geteerten Wege auch gesundheitlich kontraproduktiv. „Für Jogger stellen sie eine weitaus intensivere Belastung der Gelenke dar und Fahrradfahrer animieren die Straßen zum schnelleren Fahren.“ Der Stadtteilpolitiker befürchtet dadurch auch Konflikte zwischen Radlern, Fußgänger, Eltern mit Kinderwagen und Hundebesitzern. Sie alle nutzen die etwa 20 Hektar große Grünanlage zwischen der Richard-Strauss- und der Weltenburger Straße intensiv. Entstanden ist sie vor über 50 Jahren, im Laufe der Zeit wurde sie nach Osten vergrößert und endet nun im Zamilapark.

Am liebsten würde die CSU im Bezirksausschuss Bogenhausen den Teer wieder abkratzen lassen, um so den Naherholungscharakter des Denninger Angers wiederherzustellen. Einen entsprechenden Antrag wird der BA in seiner kommenden Sitzung behandeln. Von der Stadt gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme.

Carmen Ick-Dietl

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