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Das Schulzentrum Perlach-Nord an der Quiddestraße. 

„Skulpturales Erscheinungsbild“

Wegen der Mensa! Denkmalschützer bremsen Schulbau in Perlach-Nord aus

Erneut ist das Münchner Schulzentrum Perlach-Nord an der Quiddenstraße in den Schlagzeilen - diesmal im Fokus: die Mensa. 

München - Die kürzliche Aufnahme der Mensa des Schulzentrums Perlach-Nord an der Quiddestraße in die Denkmalliste hat schwerwiegende Folgen. Laut Lokalbaukommission wurden jetzt alle bisherigen Pläne für eine Erweiterung des Schulzentrums über den Haufen geworfen. Man muss wieder ganz von vorne anfangen, alles noch einmal untersuchen und gemeinsam mit der Denkmalschutzbehörde eine neue Vorplanung erstellen.

Vieleckig: Die Mensa (vorne) des Schulzentrums an der Quiddestraße.

Aus wirtschaftlichen Überlegungen sollte der Flachbau eigentlich abgerissen werden. Nun aber muss man auf dem Gelände irgendwie einen zusätzlichen Neubau platzieren, in dem eine komplett neue Mensa unterkommt. Denn der Altbau reicht für die hohen Schülerzahlen nicht aus. Zusätzlich müssen dort auch zweieinhalb Züge der Werner-von-Siemens-Realschule Platz finden. Die Realschule befindet sich derzeit noch gemeinsam mit dem Werner-von-Siemens-Gymnasium und der städtischen Orientierungsstufe im Schulzentrum, soll aber zum größten Teil ins neue Schulzentrum der Messestadt Riem verlagert werden. 

Schulzentrum Perlach-Nord in München: Sanierung sehr wird sehr viel umständlicher und teurer

Die alte Mensa ist jedoch aufgrund der besonderen Form des Bauwerks und der Belichtungen, aber auch aus Rücksicht auf die Nutzung als Veranstaltungshalle nicht für den Unterrichtsbetrieb geeignet. Zudem wird die notwendige Sanierung des Flachbaus aufgrund des Denkmalschutzes jetzt sehr viel umständlicher und teurer.

Bei der Stadt muss man sich auch mit der künftigen Nutzung des Baudenkmals befassen, um keinen Leerstand und teure Unterhaltskosten zu haben. Bislang wird die Mensa vom Kulturkreis Ramersdorf-Perlach als Veranstaltungsort, sowie von der Stadt für Bürger- und Einwohnerversammlungen genutzt.

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Denkmalschützer: Bau hat „skulpturales Erscheinungsbild“

Die Denkmalschützer erachten das ebenerdige Mehrzweckgebäude aus Sichtbeton mit polygonalem Grundriss und großen Fenstern zum Hof aus mehreren Gründen für erhaltenswert. Die Mensa mit ihrer bis heute unveränderten Marktplatz-artigen Gestaltung sei ein anschauliches Zeugnis für diesen Wandel im Schulbau. Die komplexe architektonische Form und die offenen Grundrisse seien Beispiel für eine „pädagogisch motivierte Architektur“. Mit seiner bewegten Dachlandschaft aus geraden und verschieden geneigten Dachflächen habe der Bau außerdem ein „skulpturales Erscheinungsbild“, so das Urteil des Denkmalschutzes. 

Carmen Ick-Dietl

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