Die Demo gegen die neue Ampelschaltung.
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Die Demo gegen die neue Ampelschaltung.

Protest an der Prinzregentenstraße

Reine Schikane? Münchner Auto-Pendler fallen wegen neuer Maßnahme vom Glauben ab 

  • Laura Felbinger
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Pendler und Münchner FDP-Politiker haben am Montagmorgen an der Prinzregentenstraße gegen eine neue Verkehrsmaßnahme demonstriert. 

  • Pendler und Münchner FDP-Politiker haben am Montagmorgen an der Prinzregentenstraße gegen die neue Verkürzung der Ampel-Grünphasen demonstriert.
  • Auch im Internet machen Autofahrer dagegen mobil.
  • Der Verkehr staut sich bis auf die A94 zurück.
  • Viele weitere spannende Geschichten aus München gibt es in unserer App.

München - Pendler brauchen bekanntlich viel Geduld: Laut einer Studie verlieren sie pro Jahr bis zu 131 Stunden im zähen Straßenverkehr. Eine der größten Staufallen in München ist die Prinzregentenstraße – jetzt mehr denn je: Seit einer Woche soll eine neue Ampelschaltung mit verkürzten Grünphasen – 20 Sekunden Grün, eine Minute Rot – dort den Verkehr zwischen Grillparzerstraße und Ismaninger Straße reduzieren und so für reinere Luft sorgen. Laut einer Erhebung des Planungsreferats von 2017 fahren an dieser Stelle täglich rund 36.000 Kfz in beide Richtungen. Bisher scheint die neue Maßnahme allerdings nur eines zu bewirken: Noch mehr stehender Verkehr, der sich teils bis auf die A94 zurückstaut. Auf der Autobahn gab es laut ADAC am Montag bis 15 Uhr bereits drei Staus.

Mehr Stau - die Ampelschaltung sorgt für Frust.

Pendler in München genervt: „Diese neue Ampelschaltung ist reine Schikane!“

Viele Pendler sind genervt. Montagfrüh (15. Juni) demonstrierten sie daher. „Diese neue Ampelschaltung ist reine Schikane!“, schimpft auch Michael Ruoff, stellvertretender Kreisvorstadt der FDP-München-Ost. Die Maßnahme ist Bestandteil des von der Regierung von Oberbayern verfügten Luftreinhalteplans. Die Stadt hat die Pendler bereits vor erhöhtem Stauaufkommen zu den Spitzenverkehrszeiten von 7 bis 9 Uhr und von 16 bis 18 Uhr gewarnt. Autofahrer sollten daher möglichst auf alternative Verkehrsmittel ausweichen – etwa auf neue E-Busse auf der Linie 100. Dazu brauche es aber auch bessere Parkmöglichkeiten am Stadtrand, fordert Ruoff.

Ähnlich argumentiert Patricia Riekel, FDP-Mitglied im Bezirksausschuss Bogenhausen: „Der Stau sorgt für noch schlechtere Luft. Man sollte stattdessen für eine Verbesserung der Parkmöglichkeiten und der öffentlichen Verkehrsmittel sorgen.“ Die Kritiker monieren zudem die Verlagerung des Problems in andere Straßen. „In der Einsteinstraße war der Stau heute extrem“, berichtet Pendler Mahmut Türker. Taxifahrer Wolfgang Gebell merkt an: „Generell finde ich Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung gut. Ich glaube aber nicht, dass die kürzeren Grünphasen eine gute Lösung sind.“

Bei einem tragischen Unfall in München hat sich ein 15-Jähriger schwere Verletzungen zugezogen. Er war zuvor am Friedensengel abgestürzt.

4000 Unterschriften schon gesammelt

Ob die neue Ampelschaltung Autofahrer grundsätzlich zum Umdenken zwingt, wird sich erst langfristig zeigen. Widerstand formiert sich derweil auch im Internet. Michael Haberland, CSU-Lokalpolitiker und Präsident des Automobilklubs „Mobil in Deutschland e.V.“ hat dort einePetition gegen die „rote Stau-Welle“ gestartet und inzwischen rund 4000 Unterschriften gesammelt. Sein Ziel sind mindestens 6500 Unterschriften, um eine Anhörung im Stadtrat zu erzwingen.

Laura Felbinger

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. Erfahren Sie hier alles zum Hauptbahnhof München: Umbau, Gleise und Rezensionen.

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