+
Missbraucht und erdrosselt: Michaela Eisch wurde nur acht Jahre alt.

DNA-Massentest: 436 Männer geben keine Probe ab

München - Im Zuge der Ermittlungen im Mordfall Michaela Eisch (8) folgten 1314 Münchner der Einladung der Polizei zum Speicheltest. Erste Ergebnisse werden in drei bis vier Wochen erwartet.

Die Polizei ist mit der Ausbeute zufrieden. Nach diesem Wochenende haben die Ermittler 1314 der 1750 geforderten Speichelproben im Sack – oder besser gesagt im Röhrchen. 140 Männer hatten bereits im Vorfeld ihre Probe abgegeben, 1174 erschienen zum Massentest. Ob der Mörder von Michaela Eisch dabei war, wird die Polizei in drei bis vier Wochen wissen. So lange dauert es, bis die Proben analysiert sind. Die Ermittler werden unterdessen prüfen, wieso 436 Männer nicht zum Test kamen. Außerdem fehlen in der Rechnung noch die Proben von rund 1000 Männern, die mittlerweile nicht mehr in München wohnen.

Es war der größte DNA-Massentest in der Kriminalgeschichte der Stadt. Nach 26 Jahren soll endlich der Mörder von Michaela Eisch gefunden werden, der die damals Achtjährige im Frühling 1985 missbrauchte und erdrosselte. Eine neue Spur, die mit neuer Technik an den Beweisen vom Tatort gefunden wurde, gab den Ausschlag für die Reihenuntersuchung. Weil die Polizei den Täter in Michaelas Nachbarschaft, der Maikäfersiedlung in Berg am Laim, vermutet, wurden 1750 Münchner zum Test gebeten, die 1985 dort gewohnt haben. Hinzu kommen die Proben von rund 1000 Männern, die inzwischen weggezogen sind. Sie sollen an ihrem neuen Wohnort eine Probe abgeben. Wie viele das bisher getan haben, war gestern noch nicht bekannt.

Zwar war der Test freiwillig – doch die Polizei will den Täterkreis einengen. Das funktioniert nur, wenn auch jeder Unschuldige seine Probe abgibt. Darum wird jeder, der nicht erschienen ist, nochmals kontaktiert. Dies hatte Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission, am Rande des Massentests angekündigt.

Im Institut für Rechtsmedizin werden die Speichelproben mit der DNA vom Tatort verglichen. Danach, so verspricht die Polizei, wird die Probe sofort vernichtet – es sei denn, sie stammt vom Täter. Dann hätte die Jagd nach 26 Jahren ein Ende. Es gibt jedoch noch eine Möglichkeit, die alle Bemühungen zunichte machen würde: Vielleicht ist der Gejagte längst tot.

akg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kühner SPD-Plan: Sportler sollen der Tram aufs Dach steigen - doch es gibt ein Problem
Unten werden Trambahnen repariert, oben kicken die SWM-Sportler: Die SPD-Stadtratsfraktion will eine Sporthalle und einen Fußballplatz auf den neuen Trambahnbetriebshof …
Kühner SPD-Plan: Sportler sollen der Tram aufs Dach steigen - doch es gibt ein Problem
Verwirrter Schwan torkelt auf Straße zu - Feuerwehr hat einen bizarren Verdacht
Ein Schwan hat im Münchner Stadtteil Bogenhausen für helle Aufregung gesorgt. Frauen wählen den Notruf. Für sein doch sonderbares Verhalten hat die Feuerwehr eine …
Verwirrter Schwan torkelt auf Straße zu - Feuerwehr hat einen bizarren Verdacht

Kommentare