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Das falsche weiße Stengelbecherchen befällt Eschen. Zuerst die Blätter, dann auch den Stamm.

Waldperlach

Noch ein Baumkiller im Münchner Osten

In Waldperlach müssen zahlreiche Bäume gefällt werden. Diesmal ist aber nicht der Asiatische Laubholzbockkäfer daran schuld, sondern ein Pilz, der speziell Eschen anfällt. Zudem entfernt das städtische Forstamt gleich noch andere morsche Bäume mit.

Am Montag beginnt in Waldperlach eine große Baumfällaktion. Die Arbeiten werden eine Woche lang im Bereich zwischen Beowulfstraße, Am Bauernwald, Friedrich-Panzer-Weg und Schönwerthstraße durchgeführt. Das Gebiet liegt direkt am Perlacher/Truderinger Wald. Die Fällungen werden aber nur entlang der Straßenzüge durchgeführt und dienen vor allem der Verkehrssicherung.

Laut Kommunalreferat ist die Aktion nötig, weil es hier eine große Zahl an morschen und von Krankheiten befallenen Bäumen gibt, die für Passanten gefährlich werden könnten. „Einige stärkere Birken, Eichen, Weiden und Ahorne drohen komplett oder in Teilen auf die Straße zu fallen“, erläutert Bernd Plank, Sprecher des Kommunalreferats. Was nicht mehr sicher steht, müsse weg. Stärkere Bäume, wie einzelne alte Eichen, werden nicht komplett umgelegt, sondern mit Hilfe von Hebebühnen von einzelnen Dürrästen befreit.

Es müssen auch mehrere Eschen gefällt werden, die stark durch das Eschentriebsterben geschädigt sind. Verursacher dieser Krankheit ist ein Pilz, das „Falsche weiße Stengelbecherchen“. Es bildet im Sommer Fruchtkörper auf den am Boden liegenden Eschen-Blattspindeln des Vorjahres. Diese Kapseln entlassen Sporen, die der Wind verbläst und die dann die Blätter infizieren. Dort wächst der Pilz in das unverholzte Mark von Zweigen und Trieben, danach weiter ins Holz. Erst verändern sich die Blätter, dann sterben Rindenteile und Äste ab, der Baum bildet als Gegenreaktion in der Krone einen Busch. Die geschwächten Bäume sind anfälliger für andere schädliche Organismen und Käfer.

Ein Rückschnitt befallener Pflanzenteile macht keinen Sinn. Eine direkte Bekämpfung ist auch nicht möglich, da einige Eschen offenbar weniger anfällig oder sogar resistent sind gegen die Krankheit. Die Waldwirtschaft setzt daher auf einen natürlichen Anpassungsprozess und beobachtet die Entwicklung meist nur aufmerksam. Es sei denn, es besteht wie in Waldperlach akute Gefahr durch Totholz. Auch im Riemer Park und Wald waren vor kurzem etliche befallene Eschen von der Stadt gefällt worden.

Die ganze Aktion wird erschwert, weil sich das Waldperlacher Gebiet in der Quarantänezone des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) befindet. Deshalb werden auch die Fachleute des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor Ort sein und nach eventuellen Anzeichen für den Baumschädling suchen.

Gemäß den für die ALB-Zone erlassenen Auflagen muss alles Holz an einem Ort gesammelt und komplett entsorgt und verbrannt werden. Während der Fällmaßnahmen wird in den jeweiligen Abschnitten ein tageweises Halteverbot ausgesprochen, das immer drei Tage vorab angekündigt wird. Die Fällungen müssen jetzt durchgeführt werden, weil Anfang März die Vogelbrutzeit beginnt. Dann sind Rodungsarbeiten aus Naturschutzgründen verboten.

Carmen Ick-Dietl

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