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Tierfreundin Daniela Frischke weiß nicht, wo sie jetzt ihren kranken Hund Pascha bestatten soll.

2025 ist Schluss

Münchens einziger Tierfriedhof steht vor dem Aus

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Eigentlich sollen auf Münchens einzigem Tierfriedhof geliebte Haustiere ihre letzte Ruhe finden. Doch seit klar ist, dass die Einrichtung in Obermenzing aufgelöst wird, ist es vorbei mit der Stille.

München - Münchens einziger Tierfriedhof schließt seine Pforten. „Ich bin total verzweifelt“, sagt Daniela Frischke. Acht Jahre ist es her, dass sie ihren geliebten Yorkshire-Dackel Charly auf dem damals noch recht neuen Friedhof zu Grabe trug. „Das war eine richtige Beerdigung mit einem kleinen Holzsarg“, erinnert sich Frischke.

Immerhin ist mittlerweile klar: Bis 2025 können die bestatteten Vierbeiner noch auf dem Friedhof ruhen. Die Pächterin Marieanne Wehner möchte – nachdem es viele Gerüchte und auch Fehlinformationen gegeben hat – nichts mehr zu dem Thema sagen. „Ich werde alles mit den Betroffenen besprechen, mich aber nicht mehr öffentlich äußern“, sagt sie auf Nachfrage. Auf ihrer Internetseite heißt es: „Der Tierfriedhof ,Letzte Ruhe‘ läuft noch bis Ende 2025. Es muss also niemand Angst haben, dass bestehende Gräber aufgelöst werden.“

Für Daniela Frischke ist das ein schwacher Trost. „Und wie soll es danach weitergehen“, fragt sich die Hundehalterin. Für sie kommt ein weiteres Problem dazu. Sie rechnet damit, dass heuer auch ihr 15 Jahre alter und schwer kranker Mischlingshund Pascha das Zeitliche segnen wird. „Ich bin fix und fertig. Wenn ich ihn jetzt noch in Obermenzing begraben lassen würde, wüsste ich, dass er höchstens bis 2025 hier liegen kann“, ärgert sich Frischke. Dabei ist sie im Jahr 2010 sogar extra wegen des Tierfriedhofs nach Obermenzing gezogen. „Damals musste ich aus meiner Wohnung ausziehen, also habe ich mir gleich was in der Nähe gesucht“, erinnert sich die tierliebe Frau.

Das Gräberfeld: Trauernde Tierfreunde finden in Obermenzing einen Platz für ihre verstorbenen Lieblinge.

Die Ruhestätte in Obermenzing ist die einzige ihrer Art in München. Hier können Zamperl, Katzen und andere Haustiere ihre letzte Ruhe finden. Die Initiatoren Stefan Schnatterer und Marieanne Wehners mittlerweile verstorbener Ehemann Klemens hatten über zehn Jahre für das Projekt gekämpft. Bevor der Friedhof im Jahr 2008 eröffnen konnte, mussten gravierende Bedenken der Behörden aus dem Weg geräumt werden.

Tierfriedhof in Hallbergmoos als Ausweichmöglichkeit

Als Ausweichmöglichkeit bietet sich der Tierfriedhof in Hallbergmoos, in der Nähe des Flughafens, an. „Der ist aber viel teurer, außerdem ist der Weg viel zu weit“, ärgert sich Frischke. Sie rechnet vor: Für eine Verlängerung von fünf Jahren hat sie in Obermenzing 350 Euro bezahlt – in Hallbergmoos würde eine Verlängerung von drei Jahren dagegen 450 Euro kosten. Eine Beerdigung in einem großen Grab inklusive Aushub und drei Jahren Liegezeit käme auf 1250 Euro. Frischke würde sich wünschen, dass die Stadt den Betrieb des Tierfriedhofs in die Hand nimmt. „Schließlich sind in der Stadt über 36.000 Zamperl gemeldet.“ Die Stadt sieht sich allerdings bei dem Thema nicht in der Pflicht. „Der Betrieb eines Tierfriedhofs stellt keine kommunale Aufgabe im eigentlichen Sinne dar. Daher sollten solche Friedhöfe privat betrieben werden“, heißt es aus dem für die städtischen Friedhöfe zuständigen Referat für Gesundheit und Umwelt.

Betrieb angeblich nicht rentabel

Und warum sperrt der Friedhof überhaupt zu? Auch wenn Wehner sich nicht äußern will, hört man aus dem Umfeld, der Betrieb sei nicht rentabel gewesen. Zudem sei der Unterpächter, der bis Ostern die Geschäfte führte, „schwierig“ gewesen. Friedhofsnutzer berichten, sie seien massiv bedrängt worden, die Liegezeit ihrer Haustiere zu verlängern. In die Pflege der Anlage hätte der Unterpächter dagegen wenig Arbeit investiert. So habe der Besitzer des Grundstückes auf eigene Kosten den Zufahrtsweg herrichten müssen.

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Der Grundstückseigner habe zwar noch keine konkreten Pläne für die Zukunft des Geländes, will seinen Nachfolgern aber auf auf keinen Falle einen langfristigen Pachtvertrag hinterlassen. Offenbar schwebt ihm vor, das Gelände ab 2025 wieder der Landwirtschaft zuzuführen. Die Tiere könnten dann dort liegen bleiben, schließlich hätten die Bestattungen in einem Meter Tiefe stattgefunden, ein Acker würde nur bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern umgegraben. „Vielleicht ist es auch einen schöne Vorstellung für die Besitzer der Tiere, wenn hier wieder Pflanzen wachsen“, hofft der Grundstücksbesitzer.

Lesen Sie auch: Mein Haustier ist tot: Darf ich es im Garten begraben?

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