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„Wenn meinen Enkeln etwas passiert, raste ich aus“: Volker Fleischer auf dem Radweg entlang des Pasing-Nymphenburg-Kanals.

Entlang des Pasing-Nymphenburg-Kanals

Ärger über Raser-Radweg

München - „Muss erst etwas Schlimmes passieren, bevor sich etwas ändert?“ – Volker Fleischer versucht seit langem, die Behörden auf die möglichen Gefahren am Fuß- und Radweg aufmerksam zu machen, der entlang des Pasing-Nymphenburg-Kanals zwischen Marsop- und Frauendorferstraße durch einen kleines Erholungsgebiet mit Hundewiesen und Spielplatz führt.

„Wenn hier langsam gefahren wird, ist das kein Problem“, sagt der 70-Jährige aus Obermenzing. Doch leider herrsche immer mehr ein „Trend zum Rasen“ auf dem etwa einen Kilometer langen und sehr geraden Weg. Die Krux dabei: er ist überwiegend nur etwa zwei Meter breit und da wird’s dann eng, wenn sich Radler und Fußgänger entgegen kommen. Da bleibe oft nur der Sprung zur Seite.

Vor kurzem sei seine vierjährige Enkeltochter beinahe angefahren worden. „An der gleichen Stelle wurde vor zehn Jahren ein Kind schwer verletzt. Dann war der Weg plötzlich ein Jahr für Radler gesperrt“, meint Fleischer.

Davon weiß man im Kreisverwaltungsreferat (KVR) nichts. „Ich habe bis jetzt von keinem Unfall auf dieser Strecke gehört“, sagt der Verkehrssicherheitsbeauftragte Peter Geck. „Aus unserer Sicht ist dieser Fuß- und Radweg nicht auffällig.“ Aber es treffe sicher zu, dass doppelt so viele Radler wie noch vor zehn Jahren lieber den Weg durch den Park nehmen, als durch immer dichtere Wohngebiete zu fahren. Umso wichtiger sei es, Rücksicht zu nehmen.

Dazu kann der besorgte Großvater Fleischer nur den Kopf schütteln: „Neulich hat ein Fußgänger versucht, einen Radler durch Handzeichen dazu zu bringen, langsamer zu fahren“, berichtet Fleischer. Der Radler habe dem Mann in die Rippen geboxt und sei weitergefahren. Mehrmals habe sich der 70-jährige auch an die Polieiinspektion 45 in Pasing gewandt. Dort räumt man dem Weg aufgrund der bisherigen Unfallstatistik „keine höhere Priorität“ ein. Eine Kontrolle im Rahmen des Streifendienstes sei aber vorgesehen, hieß es gegenüber unserer Zeitung.

Auch wenn die Strecke nur ein Fußweg wäre, würde das die potentiellen Gefahren nicht mindern, vermutet Peter Geck vom KVR: „Die Radler würden ihn trotzdem nutzen.“ Wäre er breiter, was wegen das Kanals und des abfallenden Geländes vermutlich schwer machbar wäre, würde das nur zu noch schnellerem Fahren verleiten.

Fleischer hofft jetzt, im Bezirksausschuss Unterstützung für sein Anliegen zu finden. Auch plane er eine Unterschriften-Aktion. Eines steht für den freundlichen und sehr besonnen wirkenden Obermenzinger fest: „Wenn meinen Enkeln etwas passiert, raste ich aus.“

Monika Wehrl-Herr

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