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Biologe Markus Unsöld entdeckte den Schaden in der Zoologischen Staatssammlung München.

Millionenschaden in Museen verursacht

Der Federdieb wird gerupft - Schweizer (45) vor Gericht

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Sammeln ist menschlich: Viele Leute haben Steine, Muscheln, Federn. Ein Schweizer hat für seine Federsammlung aber Museen bestohlen. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

München - Muss jetzt der Federdieb selber Federn lassen? Stefan G. (45), der zig wertvolle Greifvögel in Museen in ganz Europa gerupft hat – unter anderen auch in München – muss sich ab Dienstag vor dem Strafgericht in Basel verantworten. Der Schaden, den er angerichtet hat, liegt bei geschätzten 5,5 Millionen Euro. Der Schaden für die Wissenschaft: unermesslich!

Eigentlich arbeitet Stefan G. als braver Bauverwalter einer Gemeinde in der Schweiz. Seit er ein Kind war, hatten ihn Vogelfedern fasziniert, und so war in ihm ein irrer Plan gereift: Er wollte die weltgrößte private Sammlung von Greifvogel-Federn besitzen!

„Er war eben ein schwarzes Schaf“

Mit seinem großen Wissen tarnte sich G. als Wissenschaftler. So erwarb sich der zweifache Familienvater auch das Vertrauen der Mitarbeiter der Zoologischen Staatssammlung München. Er wurde sogar mit den Vögeln im Archiv allein gelassen. „Er war ein völlig unauffälliger, freundlicher Herr“, sagte Markus Unsöld, Kurator der Sektion Vogelkunde, zur tz. „Aber er war eben ein schwarzes Schaf.“

Auch Marcel Güntert, der langjährige Direktor des Naturhistorischen Museums Bern, wurde von G. getäuscht. Anfangs habe man dem 45-Jährigen die gewünschten Präparate noch in ein Sitzungszimmer gebracht, später durfte G. selbst in die unterirdischen Kammern, wo all die imposanten Adler und Geier stehen. „Hier hat er alle Hemmungen verloren.“

Ein Berliner Museum entdeckte 2012 schließlich den Schaden und schlug Alarm. In Basel, Bern, Stuttgart, Frankfurt, Wien, Berlin und eben München kam der Verlust ans Licht: Rabiat hat Stefan G. die Federn von teils ausgestorbenen, jahrhunderte alten Raubvogel-Präparaten gerupft, ganze Flügel abgeschnitten und heimlich eingepackt. Die Liste der aus seiner Sammlung beschlagnahmten Exponate ist laut der Schweizer Zeitung blick 68 Seiten lang.

Nun muss sich G. wegen gewerbsmäßigen Diebstahls verantworten.

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