Pasing

Rund ums Tuning-Treffen: Fast Hundert Autos geblitzt

München - Rund um ein Tuning-Treffen am Sonntag in Pasing misst die Polizei über 90 Geschwindigkeitsübertretungen. Doch das sind längst nicht alle Vergehen.

Bei einem Verkehrsschwerpunkteinsatz der Münchner Verkehrspolizei am vergangenen Sonntag anlässlich eines Tuning Treffens in Pasing stellte die Polizei eine Vielzahl an Verkehrsverstößen fest. Die Tuningszene nutzte das erstmals auf dem Parkplatz eines Großmarktes stattfindende Treffen, um die neuesten Umbauten und Tuningtrends vorzuführen. 

Ein Trend, der laut Polizei schon seit einigen Jahren anhält, ist die vorsätzliche Erhöhung des Fahrzeuggeräusches. Dieses kann durch einfach technische Veränderungen erreicht werden und ist auch von Laien durchführbar. Bei einigen Fahrzeugen sorgte beispielsweise die Kombination aus offenem Sportluftfilter und einer Sportauspuffanlage für mehr Lärm. Diese technischen Veränderungen werden in der Regel nicht bei einer Technischen Überwachungsorganisation vorgeführt und in die Fahrzeugpapiere eingetragen; die Betriebserlaubnis erlischt. 

Zwölf Autos aus dem Verkehr gezogen

Bei einem anderen Fahrzeug war der Katalysator fachmännisch entfernt worden, um dadurch einen lauteren Klang der Auspuffanlage zu erhalten. Diese Manipulation stellt nicht nur das Erlöschen der Betriebserlaubnis dar, sondern zudem ein steuerliches Vergehen nach der Abgabenordnung. An einem Fahrzeug waren rote Händlerkennzeichen eines namhaften Autohauses angebracht, obwohl es über eine gültige amtliche Zulassung verfügt. 

Bei einer Verkehrskontrolle stellte sich heraus, dass die eigentlichen Kennzeichen entfernt wurden, um den neuen, auf circa 400 PS leistungsgesteigerten Motor, bei dem Treffen vorzuführen. Der war noch nicht bei einer technischen Überwachungsorganisation vorgeführt und überprüft worden. Insgesamt wurden zwölf Fahrzeuge durch örtliche Abschleppunternehmen in die Verwahrstelle der Polizei zur Erstellung eines technischen Gutachtens geschleppt. Die Fahrzeuge waren technisch derart verändert, dass ein weiterer Betrieb auf öffentlichem Verkehrsgrund nicht gestattet werden konnte. 

Bei Geschwindigkeitsmessungen im Umfeld des Tuning-Treffens maß die Polizei über 90 Geschwindigkeitsübertretungen in der Zeit von 12.00 bis 18.00 Uhr. Die festgestellte Spitzengeschwindigkeit betrug 109 bei erlaubten 50 km/h. Neben Bußgeldern wegen den technischen Veränderungen haben die Fahrzeugführer die Abschleppkosten sowie die Kosten für die technischen Gutachten zu begleichen. 

mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa

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