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Schon vier Mal hat es gebrannt: Meist zünden die Täter Papier- und Restmülltonnen an.

Mönche in Obermenzing machen sich Sorgen

Vierter Brandanschlag: Feuerteufel wütet am Kloster

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Ein russisch-orthodoxes Kloster in Obermenzing ist in diesem Jahr bereits vier Mal zum Ziel von Brandanschlägen geworden. Die Mönche vermuten Jugendliche hinter den Angriffen.

München - Wird ausgerechnet ein heiliger Ort regelmäßig von einem Feuerteufel heimgesucht? Schon vier Mal hat es am Kloster des heiligen Hiob in Obermenzing gebrannt. Beim ersten Mal dachten die dort lebenden Mönche noch an einen unglücklichen Einzelfall. Doch inzwischen sehen sie das, was da geschieht, als Serie, die ihnen Angst macht. Erst am vergangenen Samstag loderten wieder die Flammen.

„Wir spüren eine gewisse Bedrohung“, sagt Vater Hiob, Dirigent des Klosterchores, im Gespräch mit unserer Zeitung. Er deutet auf die verkohlten Reste einer Mülltonne und die durchgebrannte Holzwand eines Unterstands für Anhänger und Fahrräder. Hier loderten am späten Abend des vergangenen Samstags die Flammen - zum vierten Mal auf dem Grundstück des Klosters nahe Schloss Blutenburg innerhalb eines halben Jahres. Drei der insgesamt acht Brüder haben das Feuer entdeckt und die Rettungskräfte alarmiert.

Die Spuren des jüngsten Anschlags: Vater Hiob (35) steht vor den verkohlten Resten einer Mülltonne. Die durchgebrannte Holzwand ist inzwischen repariert.

Jugendliche stören nächtliche Ruhe

„In diesem Sommer sind fast jedes Wochenende große Gruppen von Jugendlichen in den benachbarten Park gekommen und haben dort wilde Partys gefeiert“, erzählt Vater Hiob. Laute Musik, viel Alkohol und ordentlich Radau waren in den Nächten keine Seltenheit. „Wir Mönche brauchen den Schlaf“, sagt Vater Hiob. „Unter der Woche stehen wir um 3.30 Uhr auf, an den Sonntagen um 5.30 Uhr. Wegen der Ruhestörungen haben die Geistlichen noch nie die Polizei gerufen. Vater Hiob: „Wir suchten nie den Konflikt, sondern wollten mit Gesprächen eine Lösung finden.“

Doch in diesem Fall brachten Gespräche keine Besserung. Schlimmer noch: Am 1. Mai brannte es am Kloster zum ersten Mal. Vater Hiob berichtet von mehreren Gruppen, die sogar Feuerwerke abbrannten. „Es war die Hölle los.“ Raketen wurden durch die Gegend geschossen, auch in Richtung der Klostergebäude. An jenem Abend brannten der Carport und mehrere Mülltonnen komplett aus, auch Garagenwand und Dach fingen Feuer. Fahrräder und Anhänger wurden zum Raub der Flammen. Nachbarn bemerkten den Brand. Als Polizei und Feuerwehr eintrafen, waren die Jugendlichen längst verschwunden.

Feuerwehr im Einsatz: Noch in der Nacht wird der Brand gelöscht.

„Feuer könnte auf Hauptgebäude mit Schlafräumen übergreifen“

Im September und Oktober gab es ähnliche Brände. Die Mönche umzäunten daraufhin leicht zugängliche Bereiche. Doch auch das hielt die Brandstifter nicht ab. Am vergangenen Samstag herrschte erneut Alarm. Zwar hatten die Feuerwehrleute wenig Mühe, Vater Hiob befürchtet aber ein größeres Unglück: „Das Feuer könnte auf angrenzende Bauten und sogar auf das Hauptgebäude mit unseren Schlafräumen übergreifen.“ Dass auch hier die Täter unter den Jugendlichen zu finden sein könnten, liegt für die Mönche nahe. Vater Hiob kann sich zwar kein konkretes Tatmotiv vorstellen, sagt aber: „Wir schließen nicht aus, dass jemand etwas gegen uns hat.“

Die Kriminalpolizei ermittelt. Sprecher Werner Kraus: „Wir setzen auf verstärkte Polizeipräsenz in dem Gebiet.“ Die Mönche wollen nun eine Wildkamera installieren, die automatisch Fotos macht, wenn sich etwas im Umkreis bewegt. Vater Hiob: „Wir setzen uns jetzt zur Wehr.“

Bild der Zerstörung: So sah die Brandstelle am Sonntagmorgen aus. Teile des Carports fingen Feuer.

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Johannes Heininger

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