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Da waren die Aktivisten schon weg: Einsatzkräfte eilten am Sonntag zur alten Kuvertfabrik an der Landsberger Straße 144. 

Großeinsatz der Polizei 

Wieder zwei Häuser besetzt - Aktion gegen Leerstand in Pasing

Das linke Bündnis „Für Lau Haus“ protestiert mit einer Aktionen gegen die Gentrifizierung. Die Polizei trifft bei dem Großeinsatz aber niemanden mehr an.

München - Das Bündnis „Für Lau Haus“, das auf seiner Internetseite gegen Leerstand, Wohnungsmangel und Verdrängung protestiert, will mit seinen Aktionen auf grobe Missstände in der Stadt hinweisen. Wie am Wochenende in Pasing: Die Linken drangen am Samstag in das ehemalige Draht- und Eisenwarengeschäft an der Bodenseestraße 28 ein und besetzten am Sonntag die alte Kuvertfabrik an der Landsberger Straße 144. „Sowohl die alte Kuvertfabrik als auch der Gebäudekomplex der Bodenseestraße sind Orte, an denen die in Pasing und anderen Stadtteilen Münchens sichtbar werdende Gentrifizierung im Gange ist“, antworten Vertreter der Gruppe schriftlich auf Anfrage des Münchner Merkur.

Für die Gebäude in der Bodenseestraße plane die Firma Concept Bau nach Informationen der Aktivisten die Errichtung von neuen Eigentumswohnungen. Prominentes Beispiel für die Projekte der Concept Bau sind die Glockenbachsuiten im Glockenbachviertel. In die alte Kuvertfabrik sollen Loftwohnungen kommen, nachdem ein Abriss des Gebäudes aufgrund des Denkmalschutzes bereits 2011 verhindert werden konnte. „Bei beidem ist keineswegs damit zu rechnen, dass diese Wohnungen für alle Menschen unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten Platz bieten“, kritisiert das linke Bündnis.

Im alten Eisenwarenhandel sollen Wohnungen entstehen: Das Bündnis „Für Lau Haus“ befürchtet, dass sich diese nur wenige leisten können.

Als die Polizei am Sonntagmorgen anrückte, waren die Aktivisten bereits weg. Ein Polizeisprecher bezeichnet die Aktion daher nicht als Besetzung, sondern zunächst als „unbefugtes Betreten“. „Es wurden lediglich Flyer und Banner aufgefunden, die auf das Phänomen ,Für Lau Haus’ hinweisen. Aufgefundene Gegenstände wurden sichergestellt“, heißt es in einer Stellungnahme des Präsidiums. Pro Anwesen seien wenigstens zehn Beamte eingesetzt gewesen, in die Sachbearbeitung hätten sich auch Beamte der Kriminalpolizei eingeschaltet. „Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch werden geführt“, so der Sprecher.

Umso wichtiger ist der anonymen Gruppe die Wahrung ihrer Anonymität. Nur so viel: „Wir kommen aus ganz verschiedenen Hintergründen. Einige von uns sind Studenten, andere verstehen sich als Künstler. Einige gehen einer Erwerbsarbeit nach, andere nicht. Was uns zusammengebracht hat, ist unsere anarchistische Einstellung und das Interesse für das Thema Wohnraumpolitik.“

Transparente der Aktivisten am Gebäude an der Landsberger Straße 444

Die Historie der Hausbesetzer in der Stadt: Am 22. Juli fand das erste und ebenfalls kurze Gastspiel von „Für Lau Haus“ im ehemaligen „Schnitzelhaus“ an der Holzapfelstraße 10 im Westend statt: Die Aktivisten besetzten das ehemalige Lokal und hängten Transparente an die Fassade. Als die Beamten eintrafen, waren die Besetzer schon weg.

Am 17. August installierten Unterstützer von „Für Lau Haus“ fünf Transparente an dem leer stehenden „mediahaus“ in Freimann. Sie erklärten sich solidarisch mit der kurz zuvor geräumten Teppichfabrik in Berlin. Am 9. September stürmte ein Spezialkommando der Polizei die ehemalige Diskothek „Meinburk“ an der Seidlstraße. Linksextreme hätten das leerstehende Haus besetzt, hieß es. Als die Spezialkräfte drin waren, fanden sie niemanden. Falscher Alarm. Die vermeintlichen Hausbesetzer hatten die Polizei in die Irre geführt. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Pasing – mein Viertel“.

Daniela Schmitt

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