Streifenwagen der Polizei München mit Blaulicht. Im Hintergrund sind die zwei Türme der Frauenkirche zu sehen.
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Die Münchner Polizei ist mit der Aufarbeitung eines Drogenskandals in den eigenen Reihen beschäftigt (Symbolbild).

Kronzeuge ließ sie auffliegen

Wirbel um Skandal bei Münchner Polizei: Mehrere Beamte suspendiert - Heftige Vorwürfe stehen im Raum

Die strafrechtliche Aufarbeitung des Drogenskandals bei der Münchner Polizei läuft auf Hochtouren. Im Dienst haben die Beamten allerdings schon Konsequenzen zu spüren bekommen.

München - Nach Bekanntwerden des Drogenskandals bei Münchner Polizisten sind zwölf Beamte des Polizeipräsidiums vom Dienst suspendiert worden. Zwei weitere wurden vorläufig ihres Dienstes enthoben, wie ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte. Gegen sechs bereits suspendierte Polizisten sei ein Verfahren zur Dienstenthebung eingeleitet worden. Insgesamt laufen den Angaben zufolge 22 Disziplinarverfahren gegen Angehörige des Präsidiums.

Polizei-Skandal in München: Heftige Vorwürfe gegen mehrere Beamte

Der Skandal um koksende Polizisten und Beamte, die beschlagnahmte Drogen abzweigten, machte im Jahr 2020 Schlagzeilen. Bei einer großangelegten Drogen-Razzia im Herbst hatten rund 170 Ermittler 30 Wohnungen und 7 Dienststellen durchsucht. Inzwischen haben sich die Ermittlungen auf 36 Verdächtige ausgeweitet. In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft München I mitgeteilt, dass in dem Ermittlungskomplex nun die erste Anklage erhoben wurde.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem Polizisten der Inspektion 23 im Stadtteil Giesing den Erwerb und Besitz von Betäubungs- und Dopingmitteln und einen sogenannten „Verwahrungsbruch“ vor. Der Polizeibeamte soll im Dienst Marihuana sichergestellt und für sich behalten haben.

Drogenskandal bei der Münchner Polizei: Kronzeuge brachte Stein ins Rollen

Die Vorwürfe gegen die Polizisten waren nur ans Licht gekommen, weil ein mutmaßlicher Drogendealer, der vor allem Kunden eines Münchner Nachtclubs mit Rauschmitteln versorgt haben soll, quasi als Kronzeuge Vorwürfe gegen Polizisten erhoben hatte.

Seither stehen Vorwürfe im Raum, „dass Polizisten in München Kokain konsumieren, verkaufen, ankaufen“, wie es vonseiten eines LKA-Ermittlers hieß. Nach Angaben des geständigen Dealers soll es sogar einen speziellen Polizisten-Rabatt auf Kokain gegeben haben. Der Mann habe damit geprahlt, „Polizisten zu kennen, die ihn schützen“.

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