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Preis für Genter Straße - Unter Wasser stehende Anlage wird ausgezeichnet

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Von: Phillip Plesch

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Ausgezeichnet: Die Wohnanlage Genter Straße 13 erhielt für ihren experimentellen Wohnungsbau die „Klassik Nike“.
Ausgezeichnet: Die Wohnanlage Genter Straße 13 erhielt für ihren experimentellen Wohnungsbau die „Klassik Nike“. © fkn

Preis auf der einen Seite, Ärger auf der anderen. Die Wohnanlage in der Genter Straße schreibt weiter Schlagzeilen.

Die Berliner Gedächtniskirche, der Flughafen Tegel, der Olympiapark – und nun die Wohnanlage in der Genter Straße 13. In dieser Reihenfolge sind das die Sieger der „Klassik Nike“, einem Preis des Bundes Deutscher Architekten (BDA). Dabei stand die Schwabinger Anlage zuletzt wegen eines ganz anderen Themas in den Schlagzeilen. Wie berichtet, füllt hier seit Jahren Wasser die Keller. Das ausgezeichnete Denkmal droht abzusaufen.

„Diese Auszeichnung ist sensationell“, sagt Franziska von Gagern. Alle Welt verstehe, um welch einen Schatz es sich handle. Nur der Stadt sei es egal, schimpft die Anwohnerin, die die Interessengemeinschaft Genter Straße vertritt. Seit Jahren kämpft sie für einen trockenen Keller, doch nichts passiert. Für Rechtsanwalt Benno Ziegler – er vertritt die Anwohner und Eigentümer – bedeutet der Preis, dass jetzt noch klarer werde, welche Bedeutung dem Objekt zukomme. Und dass es laut der Bayerischen Verfassung die Aufgabe der öffentlichen Hand sei, endlich zu handeln.

Das von Otto Steidle eröffnete Büro ist immer noch dort

Sonst drohe der Anlage der Verfall. Fertiggestellt wurde sie 1972. Entworfen hat das seit 2010 denkmalgeschützte Gebäude Otto Steidle mit Ralph und Doris Thut. „Das robuste Grundgerüst, die Einfachheit des variantenreichen Ausbaus, die Sparsamkeit der Mittel und die Partizipation der Bewohner lassen die Gebäudegruppe an der Genter Straße zu einem Vorbild für nachhaltigen Wohnungsbau werden“, begründet die Architekten-Jury ihr Urteil. Verliehen wurde der Preis am Wochenende in Nürnberg.

Eine Besonderheit der Anlage sei die große Freiheit, sagt Johann Spengler. Er muss es wissen. Spengler ist geschäftsführender Gesellschafter von Steidle-Architekten, dem Büro des 2004 verstorbenen Otto Steidle mit Sitz in der Genter Straße 13. Gebaut wurden die sieben Reihenhäuser aus vorgefertigten Elementen. Dadurch gibt es keine tragenden Wände, was eine große Flexibilität bedeutet – die jetzt ausgezeichnet wurde.

Spengler ist schon seit 1988 hier. Er erinnert sich noch, wie der Regenabwasserkanal gebaut wurde. Ein möglicher Grund für den Ärger. Probleme gebe es nämlich erst seit rund sechs Jahren.

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