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Aus den 70er-Jahren stammt die Feuerwache in Neuperlach, was man am Baustil unschwer erkennen kann. Nun wird das Gebäude saniert und umgebaut.

„Baurecht maximal ausschöpfen“

Feuerwache 9 wird für 70 Millionen Euro umgebaut - das ist geplant

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Umbau und Sanierung der Feuerwache 9 in Neuperlach sind ein gutes Stück vorangekommen. Der Kommunalausschuss hat den Planungen grundsätzlich zugestimmt, der Stadtrat muss noch entscheiden.

München - Die Neuperlacher Wache aus den 1970er-Jahren entspricht in vielen Bereichen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Die Verwaltung plant nun, den Standort an der Heidestraße wieder auf den neuesten Stand zu bringen und gleichzeitig effizienter zu gestalten. Kosten: knapp 70 Millionen Euro.

Das bestehende Wachgebäude und die zentrale Kfz-Werkstatt der Branddirektion München werden während des laufenden Betriebs saniert und umgebaut, dabei wird unter anderem die bestehende Fahrzeughalle Richtung Heidestraße vergrößert. Der Trakt mit der Gerätewerkstatt und die alte Rolltor-Halle werden abgerissen und neu errichtet. In die neue Abstellhalle zieht erst die Interimswache, später ist sie Ausweichquartier während der Werkstatt-Bauten, danach gibt es dann einen Neubau für bis zu 14 Dienstwohnungen. Im Rahmen der Umbaupläne sind auch Dienstwohnungen auf dem Gelände geplant. Denn für die in unmittelbarer Nähe liegenden Wohnungen sind Ende 2015 die Sozialbindungen ausgelaufen. CSU-Fraktions-Vize Kristina Frank bat die Verwaltung darum, abermals zu prüfen, ob das Baurecht vollständig ausgeschöpft worden ist oder „ob noch mehr Dienstwohnungen errichtet, die Gebäude vielleicht sogar noch höher werden könnten“. Die Frage scheint auch vor dem Hintergrund einer weiterhin prosperierenden Metropole gerechtfertigt. Unlängst erst war bekannt geworden, dass die gerade erst eingeweihte Feuerwache in Schwabing bereits jetzt an den Grenzen der Aufnahmekapazität angelangt ist.

Kommunalreferent Axel Markwardt entgegnete, sein Referat versuche grundsätzlich, das Baurecht maximal auszuschöpfen. Dies sei schon ein Gebot der Wirtschaftlichkeit. Dennoch wird das Referat nun noch mal prüfen, der Ausschuss stimmte einem entsprechenden Antrag der CSU-Fraktion zu.

SPD-Fraktions-Chef Alexander Reissl fragte, ob es nicht möglich sei, in der neuen Feuerwache in Neuperlach einen Ersatz für das Rote Kreuz zu schaffen. Den derzeitigen Standort an der Truderinger Straße müssen die Lebensretter bald räumen. Hintergrund ist wie berichtet ein Grundstückstausch. Das Referat werde es prüfen, versprach Markwardt.

Dass durch den Neubau der Feuerwache etwa 30 alte Bäume gefällt werden müssen, rief Herbert Danner (Grüne) auf den Plan. Er verlangte, dass in der näheren Umgebung 30 neue gepflanzt werden sollten. Laut einem Mitarbeiter der Verwaltung werden 28 Bäume gefällt, 24 neue gepflanzt. Zudem seien die Dächer der Gebäude begrünt, „das haben wir vorher so auch nicht gehabt“.

Gabriele Neff (FDP) wollte wissen, in welchem Umfang Duschen und Umkleiden für Frauen berücksichtigt worden seien. Schließlich wachse die Zahl der Feuerwehrfrauen kontinuierlich. „Bis zu 30 Prozent der Räume sind für Feuerwehrfrauen vorgesehen“, sagte ein Mitarbeiter der Verwaltung. Und es werde wohl einige Zeit ins Land gehen, bis man diese Kapazitäten voll ausnutzen müsse. Die gesamte Baumaßnahme in Neuperlach soll in fünf Phasen zwischen 2019 und 2026 abgewickelt werden.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Perlach – mein Viertel“.

Sascha Karowski und Carmen Ick-Dietl

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