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Bäuchlings schwammen die toten Fische im Hachinger Bach. Der Tau gab die im Restwasser eingefrorenen Kadaver frei, diese trieben dann in Richtung Perlach und sorgten auch für unangenehmen Geruch. Die Verantwortlichen wollen nun eine Lösung finden, damit das nicht mehr passiert.

Vorsichtsmaßnahme der Stadt verantwortlich

Fischsterben im Hachinger Bach

Wegen Bodenfrostgefahr wurde der Bach in Unterhaching abgelassen, die Folgen trieben jetzt am Perlacher Rechen an. 

München - Eine vorbeugende Maßnahme gegen drohende Überschwemmung hat im Hachinger Bach in Perlach ein Fischsterben ausgelöst. Behörden und Fischereiverein suchen nun nach Lösungen, damit sich das nicht wiederholt.

Als nach dem klirrenden Frost im Januar die Temperaturen wieder stiegen, wurde das Problem offenbar: Am Rechen in Perlach wurden viele tote Fische angeschwemmt. „Die hat man nicht nur sehen können, sondern auch gerochen“, erzählt ein Anlieger.

Die Ursache war schnell geklärt: Die Behörden hatten angeordnet, den Bach abzulassen, um der Gefahr von Grundeisbildung und Überschwemmung zu begegnen. Das Problem betrifft bei starkem Frost viele kleine Bäche und Kanäle im Stadtgebiet: Der Bodenfrost reicht so weit in die Tiefe, dass die Sohle der Gewässer zufriert. Im schlimmsten Fall wächst die Eisschicht so weit in die Höhe, dass das darüber fließende Wasser im Bachbett keinen Platz mehr hat und über die Ufer tritt. Zuletzt geschah das in Perlach im Jahr 2012. Vorgärten und Straßen standen unter Wasser.

Damit sich dies nicht wiederholt, ordneten die Behörden an, den Hachinger Bach an der Versickerungsstelle in Unterhaching abzulassen. Als aus dem Oberlauf kein Wasser mehr nachkam, lief der kanalisierte Bachlauf in Perlach leer, und zwar „innerhalb von zwei Tagen“, wie Andreas Menrath vom Fischereiverein Fischwaid erzählt. Der Verein ist für die Pflege des Perlacher Gewässers zuständig. Mit diesem kurzen Vorlauf unter der Woche sei es den ehrenamtlichen Fischern nicht möglich gewesen, die Fische zu retten. „Das ist so schnell gegangen mit dem Ablassen des Wassers, der Bach war bereits am nächsten Tag durchgefroren.“ Die Fische hatten keine Chance. Als Anfang Februar die Versickerung wieder aufgehoben wurde, trieben die toten Koppen und Forellen am Rechen in Perlach an.

Man habe zwar im Herbst wie jedes Jahr ausgefischt, erzählt Menrath, „aber da erwischen Sie einfach nur etwa 80 Prozent des Bestandes“. Zudem zögen immer wieder Fische aus dem Oberlauf nach. „Das Fischsterben ist ganz sicher nicht in unserem Sinne“, beteuert der Fischerei-Chef. Man müsse sich nun mit der Stadt und anderen Behörden zusammensetzen und überlegen, was man verbessern könne. „Ob eventuell ein Rest Wasser trotz der Tiefsttemperaturen drinbleiben kann.“ Oder ob man den Bach vielleicht direkt nach dem Ausfischen im Herbst versickern lässt. In diese Richtung zielt auch eine Anfrage von BA-Chef Thomas Kauer (CSU). „Vielleicht wäre es zur Vermeidung der Gefahr einer Grundeisbildung ausreichend, den Wasserstand lediglich kontrolliert abzusenken.“ Die Stadt soll außerdem Auskunft über die Zahl der verendeten Fische geben.

„Wir setzen wieder Fische ein“, verspricht Menrath. Vorgesehen seien Bachforellen, die sich dann vermehren. 

Carmen Ick-Dietl

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