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Irmgard Federhofer lebt heute im ungeliebten Altenheim.

Hildegard Kronawitter macht sich „große Sorgen“

Im Heim eingesperrt: Alt-OB-Witwe kämpft für ihre Nachbarin

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Ein Schlaganfall veränderte das Leben von Irmgard Federhofer (76). Die Rentnerin fühlt sich eingesperrt, die Witwe von Alt-Oberbürgermeister Kronawitter will ihrer Nachbarin helfen.

München - Irmgard Federhofer hatte ein gutes Leben. Mit ihrem Mann, einem Rennfahrer, erlebte sie aufregende Jahre, wohnte glücklich in Waldperlach. Jetzt hat eine gesetzliche Betreuerin die Verantwortung übernommen – und Irmgard Federhofer (76) musste ins Heim. „Ich gehöre nicht hierher. Ich will wieder nach Hause!“, sagt sie verzweifelt. Ihre Nachbarn wollen ihr helfen, darunter die prominente Hildegard Kronawitter (70), Witwe von Alt-OB Georg Kronawitter. Sie sagt: „Wir machen uns große Sorgen.“

Die tz hat Irmgard Federhofer in ihrem kleinen Zimmer in einem Thalkirchner Altenheim besucht. „Mein Karli war jedes Wochenende als Rennfahrer unterwegs“, erzählt sie. Sie wählt ihre Worte klar und überlegt, kann sich mit dem Rollator problemlos bewegen. „40 Jahre haben wir in unserem Giesinger Verbrauchermarkt zusammengearbeitet.“

„Ich wollte das alles nicht“

In Waldperlach kann sich das Paar so einen Bungalow leisten, in dem Irmgard auch nach dem Tod ihres Mannes 1990 lebt. Bis zu ihrem Schlaganfall. „Der Arzt in der Reha hat mich aber als geheilt entlassen. Er hat gesagt, Sie hatten großes Glück, das Schlagerl hat Sie nur gestreift.“ Ohne fremde Hilfe kommt sie dennoch nicht mehr aus. Weil sie keine Verwandten hat, bekommt Federhofer eine gesetzliche Betreuerin. Die verhilft ihr zu einem mobilen Pflegedienst. Aber nachdem die Waldperlacherin mit der Pflegerin nicht klar kommt, lässt die Betreuerin sie ins Heim bringen. „Ich wollte das alles nicht“, sagt Federhofer kopfschüttelnd. „Aber wie soll ich mich wehren?“

Das Schlimmste: Offenbar hat die Betreuerin mittlerweile ohne Federhofers Einverständnis deren Haus vermietet – wohl um die Heimkosten zu finanzieren. Ihr ganzes Hab und Gut – darüber kann die Dame offenbar nun nicht mehr entscheiden. „Das können die doch nicht machen! Ich leb’ doch noch, ich will in mein Haus!“

Das Haus in der Iblherstraße 39.

Irmgard Federhofers Betreuerin gibt der tz keine Auskunft: Sie beruft sich auf ihre Schweigepflicht. Hildegard Kronawitter ist erschüttert. „Mein Eindruck ist, dass Frau Federhofer klar und entscheidungsfähig ist. Sie fühlt sich eingesperrt.“ Sie und zwei weitere Nachbarn wollen ein neues Gutachten, das ergeben könnte: Ihr Zustand hat sich so gebessert, dass sie mithilfe eines Pflegedienstes in ihrem Haus leben kann. Laut Sozialreferat ist das auch der formale Weg. Federhofer hofft, dieses Gutachten mithilfe eines Anwalts zu erreichen. Ihr Trost: „Ich habe wirklich tolle Nachbarn...“

Hildegard Kronawitter.

Altenheime sorgen für Probleme

Die stationäre Pflege in Seniorenheimen in Bayern wird schlechter. „Wir haben immer mehr Einrichtungen, die Probleme haben, die Mindestanforderungen an die Pflege zu erfüllen“, sagte Ottilie Randzio vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Bayern Ende Mai. Außerdem soll ein Netzwerk betrügerischer Pflegedienste die Sozialkassen um bis zu einer Milliarde Euro jährlich betrogen haben. Das ergab ein Bericht des BKA Ende Mai.

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