Wegen Unwetterschäden: S1 weiterhin teilweise gesperrt - SEV eingerichtet

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Die symbolische Uhr zeigt fünf vor 12: ­allerhöchste Zeit für eine Lösung. Wir ­sehen (v.l.) Antonia, Marla, Erzieherin Claudia Blaumoser, Kita-Leiterin Monika Kolbeck und Sophia in ihrer Kita in ­Altperlach

Langsam wird´s brenzlig

Die Kitastrophe: Münchner Kindergarten bekommt Kündigung und findet kein neues Zuhause

Monika Kolbeck (56) kriegt Gänsehaut, wenn sie sich an den 27. April erinnert. An diesem Tag brach all das zusammen, was sie jahrelang aufgebaut hat.

Denn: Ihre Kita in Altperlach muss raus aus dem alten Haus an der Sebastian-Bauer-Straße. Fast vier Monate sind seitdem vergangen – und Kolbeck & Co. haben immer noch keine Lösung in Sicht. Jetzt wird’s langsam brenzlig für den Eltern-Ini­tiativ-Kindergarten Kinderkram. Eine Kitastrophe für die Erzieherinnen und 16 Kinder!

Was ist passiert? Es ist ein warmer Frühlingstag in Altperlach, als Kolbeck und Erzieherin Claudia Blaumoser (49) ihr 20. Dienstjubiläum feiern. Es gibt Torte, die Kinder spielen im Garten. Dann lassen alle bunte Luftballons mit der Aufschrift „20“ steigen. Eine Nachbarin beobachtet das Spektakel: „Euch geht’s ja gut! Dann habt ihr keine Kündigung bekommen?“

„Ein Kindergarten ist kein beliebter Mieter“

Kündigung? Kolbeck schaut in den Briefkasten. Und da liegt sie. Der Grund: Eine Sanierung des denkmalgeschützten Hauses steht an – hier gibt es nicht nur die Kita, sondern auch Wohnungen.

Ein Schock für Monika Kolbeck – aber erst mal durchatmen. Denn: „Unser Vertrag geht bis zum 30. September 2019. Bis dahin finden wir bestimmt etwas.“ Dachte sie, damals. Und jetzt? Pustekuchen! Nichts zu finden. Ratlosigkeit. Wohin mit 16 Kindern? Was wird aus den Arbeitsplätzen? „Ein Kindergarten ist kein beliebter Mieter“, sagt Kolbeck. „Viele haben Angst vor Lärm.““

„Wir sind in unserem Viertel tief verwurzelt.“

Dabei machen die Kinder täglich Ausflüge, sind oft gar nicht da. Meistens gehen sie zum Spielplatz, an „Opa Herberts“ Balkon vorbei. „Guten Morgen Kinder“, ruft er. „Gu-ten Mor-gen O-pa Her-bert!“, kommt es zurück. Kolbeck sagt: „Wir sind in unserem Viertel tief verwurzelt.“

Doch die Kinder müssen gehen. „Das Haus ist sehr alt und muss mal gescheit saniert werden“, sagt der Vermieter der tz. Eineinhalb Jahre lang wird hier Baustelle sein. „Wenn alles fertig ist, kann die Kita wieder rein.“ Das wäre zwar grundsätzlich eine Option, sagt Sven Kersten-Reichherzer vom Elternvorstand. Akut hilft es aber nicht, denn: „Wir brauchen eine Übergangslösung.“ Und wenn es schon schwer ist, geeignete Räume zur Kinderbetreuung zu finden, dann ist es für einen Überbrückungs-Zeitraum noch schwieriger. Was bleibt, ist derzeit nur Ratlosigkeit. „Die Kinder fühlen sich zu Hause“, sagt Kolbeck. „Sie verstehen nicht, wieso wir alles hinter uns lassen müssen…“ 

Lesen Sie auch einen Gastbeitrag einer Mutter: Das sagen wir den Münchnern, die unseren ersten veganen Kindergarten belächeln

Kathrin Braun

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Perlach – mein Viertel“

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