Erholungsort für alle

Kustermannpark: OB Reiter beerdigt Bebauungspläne

Der Kustermannpark in Ramersdorf wird nicht bebaut! Das hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) jetzt den besorgten Anwohnern schriftlich zugesichert.

Im Streit um die Bebauung des Kustermannparks hat OB Dieter Reiter nun ein Machtwort gesprochen, beziehungsweise geschrieben. Die Stadt wolle die Grünanlage für alle erhalten, heißt es in dem aktuellen Schreiben.„Es ist nicht beabsichtigt, einen neuen Bebauungsplan für eine Bebauung im Kustermannpark aufzustellen.“ Der Park solle weiter „in Gänze“ für die Bevölkerung als Erholungsort bestehen bleiben. So lautet die Botschaft des Oberbürgermeisters, die in der jüngsten Rathaus-Umschau veröffentlicht wurde. Aus dem OB-Schreiben geht auch hervor, dass die „Bayerische Hausbau“, die wie berichtet die Bebauungspläne hegt, dem Planungsreferat eine entsprechende städtebauliche Vorstudie vorgestellt hat, die eine Bebauung des Kustermannparks entlang der Rosenheimer Straße vorsah. Der Investor hatte dafür vergangenen Herbst auf eigene Initiative im Park Bäume vermessen lassen, was von den Eigentümern zufällig beobachtet worden war.

Der Park ist zwar öffentlich zugänglich, gehört jedoch anteilig den privaten Wohnungsbesitzern der umliegenden Hochhäuser. Allerdings gibt es in den Grundbucheintragungen ein Vorkaufsrecht für die „Bayerische Hausbau“. Danach könnte der Grünzug bebaut werden, wenn die Stadt den vorhandenen Bebauungsplan ändert und hier Wohnrecht schafft.

Etliche Eigentümer wären offenbar bereit gewesen, ihre Park-Parzelle für gutes Geld an den Bauträger zu verkaufen. Die Mehrheit kämpfte jedoch gegen jegliche Art der Bebauung. Unterstützung bekamen sie dabei vom Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach, den Grünen im Stadtrat sowie dem Bund Naturschutz. Obwohl die „Hausbau“ offiziell betonte, dass es kein konkretes Projekt gebe, stellte sie Anfang April in einer eigens einberufenen Eigentümer-Versammlung Pläne für etwa 250 Wohneinheiten entlang der Rosenheimer Straße vor. Zu den etwa 285 Bewohnern im Bestand wären so etwa 565 neue Bewohner hinzugekommen. Dafür hätte der Bauträger rund 10 000 Quadratmeter des bislang 27 000 Quadratmeter großen Grünareals benötigt. Dabei wurde unter anderem mit Lärmschutz für die bereits vorhandenen Häuser durch die Nachverdichtung argumentiert.

Oberbürgermeister Dieter Reiter machte nun jedoch deutlich, dass eine Bebauung auf Grund der Bedeutung des Kustermannparks nicht vorstellbar sei. Gerade in dem dicht bebauten Viertel an der viel befahrenen Rosenheimer Straße habe der Kustermannpark eine zentrale Erholungsfunktion mit einem überaus vielfältigen Angebot für alle Alters- und Nutzergruppen. Zudem sei der Park ein eingetragenes Biotop und diene dem Artenschutz. Ein derartiger Eingriff in den wertvollen Baumbestand wäre ebenfalls nicht zu rechtfertigen.

Carmen Ick-Dietl

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