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Sein einziges Produkt ist Milchreis mit verschiedenen „Obendraufs“ wie der Ramersdorfer Alfred Blazek seine Geschmacksrichtungen nennt.

Zimt und Zucker, Schokostreuseln, Erdbeerpüree, kandierte Nüssen oder Oreo-Kekse

Ladenbistro „Milchreise“ in Ramersdorf: So etwas gibt sonst nur in New York

Im Ladenbistro „Milchreise“ an der Rosenheimer Straße wird ausschließlich Milchreis verkauft. So etwas gibt es sonst nur noch in New York.

Ramersdorf - Kein Spiel ohne Milchreis – die deutsche Fußballnationalmannschaft hat bekanntlich eine Vorliebe für diese Speise. Und nicht nur sie. „Die meisten Menschen mögen Milchreis“, sagt Alfred Blazek. Auch ohne Sponsorenvertrag im Hintergrund. Seit Blazek sein Geschäft an der Ecke Rosenheimer- und Melusinenstraße (Ramersdorf) aufgemacht hat, erfährt er viele Geschichten über den süßen Brei in seiner Verkaufstheke. „Milchreis ist eine sehr emotionale Speise, da hängen viele Kindheitserinnerungen dran.“ Speziell alte Menschen erzählten ihm gern von früher, als man den warmen Topf mit dem quellenden Reis sogar noch ins Bett steckte – als Wärmflasche.

Alfred Blazek betreibt an der Rosenheimer Straße 177 in Ramersdorf den Laden „Milchreise“.

Die Idee für sein ungewöhnliches Gastrokonzept kam Blazek im Schlaf. „Ich bin nachts aufgewacht mit Appetit auf Milchreis mit irgendwas drauf.“ Am nächsten Morgen überlegte der Ramersdorfer, den nächtlichen Heißhunger zum Geschäftsmodell zu machen. Seine Recherche ergab: Außer in New York gibt es weltweit keinen zweiten Laden, der nur Milchreis verkauft. „Ich hab zumindest sonst keinen gefunden.“ Doch es vergingen noch fast zwei Jahre, bis aus dem Traum Wirklichkeit wurde. „Wir haben nach einem geeigneten Standort geschaut, uns viele Gedanken zu Rezepten und Verpackungen gemacht.“

Von Senioren kam viel positive Resonanz

Im vergangenen Jahr startete Alfred Blazek dann seine „Milchreise“. Gerade von Senioren kam seither viel positive Resonanz. „Weil sie sich inzwischen schwer tun, lange am Herd zu stehen und weil es sich für sie allein oft nicht lohnt, zu kochen.“

Tatsächlich fordert Milchreis körperlichen Einsatz: „Man steht daneben und rührt sich 35 Minuten lang den Wolf“, erklärt der Inhaber. Nur eine kleine Unaufmerksamkeit, und schon schmeckt es angebrannt. Auch danach hat es die Süßspeise in sich. Steht sie zu lange, löst sich die Stärke und es wird batzig. „Milchreis ist wirklich eine Kunst.“ Eine, die Blazek inzwischen richtig gut beherrscht. Aufgrund einer geheimen Mischung schmeckt sein ständig frisch zubereiteter Milchreis besonders cremig.

Es gibt sogar Milchreis „to go“

Die Kundschaft kann den Milchreis „to go“ haben oder im Laden in den Fensterbänken auf Jutesack-Kissen sitzen und schlemmen. Die cremige Mischung gibt es in Portionsgrößen von S bis XL, von 300 Gramm bis 650 Gramm. Dazu kommen Toppings – in Ramersdorf einfach „Obendrauf“ genannt. Aktuell sind es 21 verschiedenen Geschmacksrichtungen, die je nach Jahreszeit variieren. So gibt es zurzeit Zimtapfel oder Spekulatius, im Sommer mehr Fruchtiges wie Ananas. Auch manch „Verrücktes“ wie gesalzenes Karamell ist dabei. Kinder begeistern sich mehr für Smarties oder Gummibärchen.

Besonders in den Abendstunden bilden sich mittlerweile regelmäßig Schlangen vor dem einzigartigen Münchner Milchreis-Laden. Zu Liebhabern aus dem Umkreis gesellen sich Leute, die hier einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg nach Hause einlegen und Geschäftsreisende, die im Internet von dem Laden gelesen haben. „Vor Kurzem standen morgens plötzlich 16 Polizisten nach der Nachtschicht bei mir im Laden“, erzählt Blazek und lacht. Für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste gibt es übrigens ein Obendrauf gratis.

Für die kommenden Jahre ist Blazek optimistisch, dass seine Milchreise weitergeht: Wenn der Projektladen nahe dem Karl-Preis-Platz weiter erfolgreich ist, will der Unternehmer zusätzliche Filialen in München eröffnen. „Wir wollen ,Milchreise‘ zu einer Marke mit Leidenschaft entwickeln“, sagt er.

Milchreise an der Rosenheimer Str. 177 hat Montag bis Freitag von 9.30 bis 19 Uhr geöffnet, Samstag von 11 bis 16 Uhr; Telefon: 089 / 89 06 49 67; www.milchreise.com

Carmen Ick-Dietl

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Ramersdorf – mein Viertel

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