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Die geodätische Kuppel im Ostpark hat die Premiere bereits hinter sich. Bis zum Sonntag, 9. Juli, wird hier nun Theater gespielt.

Futuristische Konstruktion

Was macht diese Kuppel im Ostpark?

Eine futuristische Konstruktion, ein nomadenhafter Raum, ein geodätischer Dom – wie auch immer man das beschreibt, was derzeit im Ostpark-Theatron aufgebaut ist, man erntet einen fragenden Blick.

München - „Schon lange wünschen wir uns einen Theaterraum, in dem wir neue und verwegene Ideen verwirklichen können“, sagt Helmut von Ahnen, Chef des Neuperlacher Festspielhauses. Einen Raum, der Schauspielern und Publikum andere Erfahrungen und Erlebnisse ermöglicht, der Verspieltheit mit Magie verbindet, der im Freien steht und trotzdem ausreichend Wetterschutz bietet.

Jetzt ist aus diesem Traum Wirklichkeit geworden. Es handelt sich um eine sogenannte geodätische Kuppel, wie man sie von der Erdfunkstelle in Raisting oder dem Disney-Park in Florida kennt. Eine halbkugelförmige Konstruktion aus einem Verbund aus Dreiecken, die sich gegenseitig stützen und so die Stabilität des Baus gewährleisten. Damit trägt sich das Gebäude quasi selbst und hat keine störenden Stützbalken im Inneren. Wie geschaffen für eine Theaterbühne. „Die Konstruktion ist schlicht, schön und funktional“, schwärmt von Ahnen, „archaisch in den Materialien Holz, Stoff und Metall und futuristisch im Design.“

Genehmigungsbehörden verhindern zunächst den Bau

Eigentlich wollte der Festspielhaus-Leiter seinen außergewöhnlichen Theaterraum auf Zeit schon im vergangenen Jahr im Ostpark aufbauen. Doch die Genehmigungsbehörden machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Statikprüfungen dauerten einfach zu lang. Nun wurde der Festspiel-Dom nicht, wie ursprünglich geplant, aus England importiert, sondern stammt von einer österreichischen Schreinerei, die sich auf diese Kuppelbauten spezialisiert hat. 16 Kubikmeter Holz wurden für die Gerüstkonstruktion zurechtgeschnitten, die eine Höhe von 8,5 Meter und einen Durchmesser von 22,5 Meter hat. Ein insgesamt 400 Quadratmeter großer Raum ohne eine einzige Stützsäule. Im Inneren finden eine Bühne und eine Zuschauertribüne für 150 Personen Platz.

14 Tage lang wird hier nun unter der Regie von Helmut von Ahnen Theater gespielt. Auf dem Programm steht das Stück „Cymbeline“ von William Shakespeare. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden und Selbstfinden, unterstützt durch Live-Musik.

Auch für Mathe-Freaks ist die Kuppel interessant

Verläuft der Test mit der Kuppel erfolgreich, soll sie möglichst jährlich im Stadtbezirk aufgebaut und bespielt werden. Mit seiner speziellen Geometrie und Raumwirkung dürfte „Lunatico“ nicht nur für Theaterfreunde interessant sein, sondern auch für Mathe-Freaks. Als Veranschaulichung des Eulerschen Polyedersatzes ist es quasi Geometrie live mitten im Grünen.

Bis zum kommenden Sonntag, 9. Juli, finden Vorstellungen statt. Alle Informationen sowie Karten zu neun und ermäßigt fünf Euro gibt es unter Telefon 089/67 20 20 oder im Internet unter www.festspielhaus.biz.

Carmen Ick-Dietl

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