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Im Gebüsch vor diesem Haus in Neuperlach brachte die Frau das Baby zur Welt – und ließ es dann dort liegen.

In Gebüsch vor der Wohnung

Ausgesetztes Baby in Neuperlach: Ermittlungen gegen die Mutter wegen versuchten Mordes

Ein Frau wollte in Neuperlach einfach nur mit ihrem Hund Gassi-Gehen. Dabei entdeckt sie in einem Gebüsch ein Neugeborenes. Die Mutter ist inzwischen in Untersuchungshaft.

Update von Mittwoch, 22. August 2018, 12.03 Uhr: Versuchter Mord

Im Fall des ausgesetzten Neugeborenen in Neuperlach gibt es neue Details der Polizei zum Ermittlungsstand. Außerdem wird nun auch klar, warum die Mutter nach der ersten Vernehmung zwar nach Hause gehen durfte, am Dienstag aber in Untersuchungshaft gebracht wurde. 

Hintergrund ist die veränderte Sachlage, die sich aus den Ermittlungen ergibt: Die Staatsanwaltschaft München I hat den Vorfall aufgrund des schlecht einsehbaren Ablageorts (im Gebüsch) nun als versuchtes Tötungsdelikt eingestuft. 

Ein Richter erließ daraufhin den Haftbefehl gegen die 27-Jährige wegen versuchten Mordes durch Unterlassen. Sie wurde beim Amtsgericht in Gießen vorgeführt und in eine Justizvollzugsanstalt überstellt. 

Der Gesundheitszustand des Säuglings ist weiterhin stabil, berichtet die Münchner Polizei.

Update von Dienstag, 21. August 2018, 17.25 Uhr: Mutter in U-Haft

Die Mutter befindet sich jetzt doch in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstagnachmittag gegenüber der Gießener Allgemeine, dass die Frau auf Grund der Schwere der Tat und der Fluchtgefahr in Gewahrsam genommen wurde. Es bestehe der Verdacht des versuchten Mordes sowie der schweren Körperverletzung, jeweils durch Unterlassen. 

Update von Dienstag, 21. August 2018, 06.29 Uhr: 

Nach dem Fund eines ausgesetzten Neugeborenen in München prüft die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Mutter auch wegen eines möglichen Tötungsdeliktes. „Aussetzung und Körperverletzung kommen als Straftatbestand infrage“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag. „Gegebenenfalls auch ein Tötungsdelikt, aber da können wir uns noch nicht festlegen.“ Wichtig für die Beurteilung des Falles sei, wie es dem kleinen Buben gehe und auch „wie lange das Kind tatsächlich alleine und ungeschützt da lag“. Dem Säugling ging es den Angaben zufolge den Umständen entsprechend gut. Am Montag war das Baby weiterhin in der Klinik. Die 27 Jahre alte Frau hat nach Münchner Polizeiangaben bei der Vernehmung an ihrem Wohnort in Hessen zugegeben, die Mutter des Babys zu sein.

Die Polizei fand die Frau im Raum Gießen. Man habe sie auf Bitten der Münchner Kollegen am Sonntag „abgeholt und vernommen“, teilte das Polizeipräsidium Mittelhessen mit. Nach der Vernehmung durfte die Frau wieder nach Hause. Festgenommen wurde sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht, weil sie einen festen Wohnsitz habe und damit keine Fluchtgefahr bestehe.

Update von Montag, 20. August 2018, 09.11 Uhr: 

Die Polizei hat die Mutter eines in München ausgesetzten Babys gefunden. Die 27-Jährige aus dem Raum Frankfurt wurde vor allem dank der Hinweise eines Bekannten aus München und über die Sozialen Netzwerke gefunden, wie die Polizei in München am Montag mitteilte. Sie habe die Mutterschaft sofort eingeräumt. Am Montag war das Baby weiterhin im Krankenhaus.

Die Mutter hatte ihr Baby offenbar direkt nach der Geburt in München ausgesetzt. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war der kleine Junge am Samstag von einer Passantin in einem Gebüsch im Stadtteil Neuperlach gefunden worden. Ein Kindernotarzt wurde verständigt, der Säugling kam ins Krankenhaus. Ihm ging es den Angaben zufolge den Umständen entsprechend gut.

Ein 47-jähriger Bekannter der Mutter hat der Polizei zufolge am Freitag eine Verabredung mit ihr gehabt. Nachdem sie die Nacht zusammen verbracht hätten, habe sie über Schmerzen und Blutungen geklagt und sei aus der Wohnung verschwunden. Als er sie kurze Zeit später im Erdgeschoss wieder traf, sei ihr vorher abstehender Bauch flacher gewesen. Er habe sie dann zum Bahnhof gebracht, weil sie nach Frankfurt zurückfahren und dort ein Krankenhaus aufsuchen wollte.

Update von Sonntag, 19. August: Frau bekommt nach Liebesnacht Baby - und setzt es aus

Ein unscheinbares weißes Mehrfamilienhaus in Neuperlach. Davor grüne Wiesen und Hecken. Hier im Gebüsch hat sich am frühen Samstagmorgen ein menschliches Drama abgespielt: Eine Frau bekam nach einer Liebesnacht ihr Baby – und ließ das hilflose Bündel liegen.

Eine Geschichte, die etliche Fragen aufwirft. Auf Facebook lernt ein Münchner (47) eine 27 Jahre alte Frau aus dem Raum Frankfurt kennen. Sie verabreden sich für ihr erstes Date in München und treffen sich am Freitag in einem Biergarten. Die beiden feiern und trinken Alkohol. Danach sei seine Internetbekanntschaft, deren Familie aus Pakistan stammt, mit ihm in seine Wohnung in die Therese-Giehse-Allee gegangen und habe Sex mit ihm gehabt, erklärt der Mann später der Polizei. Dass sie einen gewölbten Bauch hat, bemerkte der Mann zwar. Dass sie schwanger ist – das habe er aber nicht gedacht. Gegen 2 Uhr nachts schlafen beide ein.

In den frühen Morgenstunden weckt die 27-Jährige den Münchner und erklärt, sie habe starke Unterleibsschmerzen und Blutungen. „Ich bringe dich ins Krankenhaus“, habe der Münchner angeboten. Doch die Frau soll das abgelehnt haben. Er solle sie zum Bahnhof bringen, damit sie heim nach Frankfurt kann. Daraufhin beginnt der Münchner, seine Wohnung im 4. Stock zu putzen. Die Frau verschwindet. Sie geht hinunter in ein nahes Gebüsch und bringt einen Buben zur Welt. Die Nabelschnur trennt sie ab, danach lässt sie das Neugeborene einfach allein zurück. 

Gegen 7 Uhr bringt der Journalist die Frau zum Bahnhof. Und merkt, dass ihr Bauch jetzt flacher ist, wie er der Polizei erklärt. Später habe sie sich noch mal bei ihm gemeldet und gesagt, sie sei in Frankfurt im Krankenhaus. Ihr Baby liegt derweil weiter im Gebüsch! Erst gegen 9.28 Uhr entdeckt es eine Passantin und ruft die Polizei. Der Bub kann noch gerettet werden, seine Körpertemperatur liegt nur noch bei 26 Grad. Eine schwere Unterkühlung, hier droht ein Herz-Kreislaufstillstand!

Im Krankenhaus erhält der Kleine den Namen Justus – der Gerechte. Seine Mutter konnte von der Polizei zwar ermittelt, aber noch nicht befragt werden. Ihr droht jetzt eine Anzeige wegen Aussetzung.

Ursprungsmeldung vom 18. August 2018, 13 Uhr: Frau macht in Gebüsch erschreckende Entdeckung

Eine Frau hat am Samstagvormittag beim Gassi-Gehen eine unglaubliche Entdeckung gemacht - und damit höchstwahrscheinlich ein Leben gerettet. In einem Gebüsch fand sie ein frisch geborenes Baby. Von der Mutter fehlte zunächst jede Spur.

Die Pressemitteilung der Polizei im Wortlaut:

Am Samstag, 18.08.2018 um 09.28 Uhr, verständigte eine Passantin die Polizei, dass sie beim Gassigehen in einem Gebüsch ein frisch geborenes Baby aufgefunden hat. Der verständigte Kinder-Notarzt brachte das Neugeborene in eine Münchner Klinik. Es wurde eine Körperkerntemperatur von nur noch 26 Grad festgestellt, ansonsten ging es dem Baby den Umständen entsprechend gut. Bei dem Kind handelt es sich um einen Jungen. 

Anhand der unfachmännisch abgetrennten Nabelschnur war zu erkennen, dass die Geburt erst kurze Zeit zuvor stattgefunden hat. Bei einer Anwohnerbefragung konnte ein 47-jähriger Bewohner ermittelt werden, der angab, sich am Freitag 17.08.2018, mit einer Frau getroffen zu haben, die er lediglich flüchtig über die Sozialen Medien kannte und sie auch zum ersten mal gesehen hatte. Nachdem man in einem Biergarten gemeinsam gefeiert und auch Alkohol konsumiert hatte, habe man in der Wohnung des 47- Jährigen einvernehmlich Geschlechtsverkehr gehabt und sei im Anschluss eingeschlafen. 

Die bislang unbekannte Frau hatte laut den Angaben des 47-Jährigen einen kleinen abstehenden Bauch gehabt, von einer Schwangerschaft sei er jedoch nicht ausgegangen. In den Morgenstunden wurde der 47-Jährige von der Dame geweckt. Sie klagte über starke Unterleibsschmerzen und Blutungen. Sein Angebot, sie in ein Krankenhaus zu fahren, lehnte sie ab. 

Sie bat darum, zum Bahnhof gebracht zu werden, um nach Frankfurt zurückzufahren und dort ein Krankenhaus aufzusuchen. Nachdem der 47-Jährige die Wohnung geputzt und sich zur Abfahrt bereit gemacht hatte, war die Dame aus der Wohnung verschwunden. Daraufhin verließ er ebenfalls die Wohnung und traf im Erdgeschoss wieder auf die Frau. Er fuhr sie daraufhin zum Hauptbahnhof und setzte sie dort ab. Dabei sei ihm aufgefallen, dass ihr Bauch flacher gewesen wäre. Der 47-Jährige gab an, dass sich die Frau später nochmals gemeldet hätte und sie sich nun in einem Krankenhaus in Frankfurt befinden würde.

tz/mm/MW

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Perlach – mein Viertel“.

Vor Kurzem sorgte ein Fall in Duisburg für Schlagzeilen:

Eltern hatten ihr Baby in der praller Sonne gelassen und sind in einem Badesee schwimmen gegangen

Sie heißen Emma, Lilo und Hanna und wurden als Babys ausgesetzt. Die Kripo entdeckte erst nach Jahren, dass die Mädchen Schwestern sind. Nun befürchtet die Polizei das Schlimmste.

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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