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Die Feuerwehr musste am Donnerstag einen Waldbrand in Waldperlach löschen.

Flammen lodern am Donnerstag

Waldbrand hält Feuerwehrleute in Atem - Wer ist der Brandstifter im Münchner Osten?

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    Marcel Görmann
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In München hat es am Donnerstag auf einer Waldfläche von rund tausend Quadratmetern gebrannt. Wo die Flammen loderten, ist besonders brisant. Ein Forstwirt ist schon zum vierten Mal betroffen.

Update, 23. März 2019: Am vergangenen Freitag standen wieder 12.500 Quadratmeter Jungwald in Flammen. Diesmal allerdings nicht im Osten der Stadt sondern in entgegengesetzter Richtung. Knapp hinter der westlichen Stadtgrenze in Gräfelfing löschten Feuerwehr mit Unterstützung eines Polizeihubschraubers einen Waldbrand.

Update 1. März 2019, 19.30 Uhr: Die mysteriöse Waldbrandserie im Münchner Osten geht in ihre dritte Saison. Nach 22 Brandstiftungen in den vergangenen beiden Jahren hat der Feuerteufel wieder zugeschlagen. Am Donnerstagnachmittag brannte es auf einem Waldperlacher Waldstück mit Jungbäumen zum wiederholten Mal. Wieder hat es eine Lichtung von Forstwirt Lorenz Ballauf (57) erwischt. An Zufälle glaubt der Hohenbrunner nicht mehr. Er sagt: „Das ist blinde Zerstörungswut.“ Ratlos steht Lorenz Ballauf mit seinem gleichnamigen Sohn vor dem abgebrannten Flurstück in der Nähe des Baggersee-Parks. 

Lesen Sie auch: Böbing/Bayern: Lagerfeuer entfacht Waldbrand - Hubschrauber im Einsatz - Großeinsatz läuft

Waldbrand hält Feuerwehrleute in Atem - Fotostrecke

Mindestens 25 000 Quadratmeter, bepflanzt mit jungen Fichten, Roteichen, Douglasien und Buchen, sind den Flammen zum Opfer gefallen. Schaden: „Ungefähr 25 000 Euro. Es ist viel schlimmer als gedacht“, sagt Ballauf, dessen Waldstück der mutmaßliche Brandleger bereits zum vierten Mal aufgesucht hat.Im Jahr 2017 brannte es in Ballaufs Wald zwei Mal. Insgesamt 12 000 Quadratmeter wurden zerstört. Im vergangenen Jahr legte der Unbekannte wieder Feuer. Hier war der Schaden glücklicherweise überschaubar.Was den Forstwirt ärgert: „Ich habe die Flächen mühsam wiederaufgeforstet, die Baumschule für die Neubepflanzung engagiert. Bis mannshohe Pflanzen mit festem Wurzelwerk wachsen, vergehen fünf bis acht Jahre. Das wirft mich enorm zurück.“

Verbrannte Flächen seien laut Ballauf ein Paradies für Schädlinge. Mäuse und andere Tiere vermehren sich und schädigen das Wurzelwerk der jungen Bäume langfristig. Der 57-Jährige nutzt seinen Wald für die Gewinnung von Brenn- und Bauholz. Den gesamten Schaden wird man erst in ein paar Jahren beziffern können. Das Motiv bleibt ein Rätsel. An einen Angriff gegen seine Person glaubt der Landwirt nicht. „Das sind dumme Leute, die mit sich unzufrieden sind und etwas gegen die Gesellschaft haben“, schimpft Ballauf. „Der Wald ist Lebensgrundlage für alle Bürger. Die Attacke geht gegen die ganze Stadt.“

In den kommenden acht Wochen sei die Gefahr für Brände am größten. Die mit sogenanntem Reitgras bewachsenen Jungwaldflächen trocknen nach den Wintermonaten aus. Feuer gepaart mit Wind kann großen Schaden anrichten. Ballauf sagt: „Wenn das so weitergeht, müssen sich Waldbesitzer zusammenschließen und überlegen, was man tun kann.“ Schon vor rund 30 Jahren soll es in dem Waldgebiet eine Brandserie gegeben haben. Erlebt Waldperlach jetzt die Fortsetzung?

joh

Auch in Kroatien befanden sich Urlauber auf der Autobahn plötzlich in einem Flammen-Inferno. Ein Video zeigt die Höllenfahrt.

Waldbrand hält Feuerwehrleute in Atem - der Einsatzort dürfte ihnen bekannt vorkommen

12.20 Uhr: Die Polizei München berichtet über den Vorfall: „Am Donnerstag, 28.02.2019, gegen 15.00 Uhr, bemerkte ein Spaziergänger im Bereich des Perlacher Forst, in der Nähe der Truderinger Grenzkolonie eine starke Rauchentwicklung. Er stellte im Wald eine in Brand stehende Grasfläche fest, die bereits auf angrenzende Bäume übergriff. Er verständigte den Notruf der Feuerwehr. 

Da zum Brandzeitpunkt starker Wind herrschte, wurde die Ausweitung des Brandes erheblich beschleunigt. Der Berufsfeuerwehr München sowie mehreren Landkreisfeuerwehren gelang es den Brand schnell unter Kontrolle zu bringen. Es wurden etwa 100 mal 150 Meter Wiesen und Waldfläche beschädigt. Der Schaden wird auf ungefähr 5.000 Euro beziffert. Um weitere Glut- oder Brandnester aufzuspüren, waren Hubschrauber der Landes- und Bundespolizei im Einsatz. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden vom Kommissariat 13 übernommen. 

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.“

Erster Waldbrand des Jahres in München - schlug der Feuerteufel wieder zu? 

München - Die Einsatzkräfte seien am Donnerstagnachmittag in das Waldstück in Perlach ausgerückt. Da der Wind das Feuer auf der Fläche immer wieder anfachte, wurden weitere Einsatzkräfte zur Verstärkung gerufen. 

Über rund zwei Stunden waren insgesamt 70 Feuerwehrleute im Einsatz. Schließlich flog zur Kontrolle noch ein Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera über den Ort, um nach möglichen Glutnestern zu suchen. Zwar sei es natürlich noch nicht allzu warm - der Boden sei aber relativ trocken, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Schlug der Feuerteufel wieder zu? 

Warum das Feuer ausbrach, war zunächst unklar. Im vergangenen Jahr kam es in Perlach durch einen Feuerteufel zu einer Serie von Waldbränden. Auch im Jahr 2017 gab es eine unheimliche Brandserie im Münchner Osten. Sie begann damals kurz vor Ostern.

Die Feuerwehrkräfte bekamen das Feuer rasch unter Kontrolle.

dpa

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