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Fürchten um ihre grüne Lunge: Anwohner und Miteigentümer des Kustermannparks sind alarmiert, seit sie von Bauplänen der Bayerischen Hausbau erfahren haben.  

Nachverdichtung am Ostbahnhof

Wird der Kustermannpark bebaut? Anwohner in Aufruhr 

Der Kustermannpark, eine grüne Oase nahe dem Ostbahnhof, soll zum Teil bebaut werden. Anwohner, die nur zufällig von Plänen des Immobilienunternehmens Bayerische Hausbau erfahren haben, sind alarmiert.

München - Der Wohnungsdruck in München ist groß, darum wird an allen Ecken und Enden nach Baugrund gesucht. In Ramersdorf gibt es deswegen nun große Aufregung. Ohne Wissen und Genehmigung der Eigentümer hat das Immobilien-Unternehmen Bayerische Hausbau Ende vergangenen Jahres alle Bäume im Kustermannpark zwischen Rosenheimer und St.-Cajetan-Straße vermessen. Die Grünanlage ist zwar öffentlich zugänglich und nutzbar, aber Privateigentum.

Nur mit Mühe erfuhren die Eigentümer, was geplant ist

Erst über Umwege erfuhren die Besitzer, die zum Großteil in den umliegenden Hochhäusern wohnen, wer hier tätig ist. Trotz mehrfacher Anfragen auch bei ihrer Hausverwaltung gab es keine Erklärung. Als die aufgeregten Anlieger den Fall jetzt im Bezirksausschuss öffentlich machten, rückte die Hausbau mit der Sprache raus. Der Kustermannpark sei bezüglich einer möglichen ergänzenden Bebauung entlang der Rosenheimer Straße geprüft worden. Bei einer Infoveranstaltung erfuhren die Eigentümer jetzt: Die Hausbau möchte hier 250 Wohnungen bauen, mit je 80 Quadratmetern. Dafür würde sie etwa 10.000 Quadratmeter benötigen.

Die Wohnungsnot veranlasse Politik und Behörden, gemeinsam mit der privaten Wirtschaft „über den weiteren Umgang mit potenziellen Wohnungsbauflächen nachzudenken“, sagt Hausbau-Sprecherin Sabine Hagn. „Wir werden allen Überlegungen eine Aufwertung des Parks und der Wohnqualität der Nachbarn zugrunde legen.“

Dies müsse nicht in Konflikt mit ergänzender Bebauung stehen, betont Hagn. Durch abschottende Bauten an der Rosenheimer Straße würde sich die Lärmsituation im Park und den bestehenden Häusern deutlich bessern. Derzeit prüfe man noch die Grundlagen für eine mögliche Ergänzungsbebauung. „Dazu gehört unter anderem die aktuelle Aufnahme des Baumbestandes, um schützenswerten Bestand an dieser Kante zu identifizieren.“ Konkrete Pläne lägen noch nicht vor. Es wurde auch noch kein Bauantrag eingereicht.

Im Viertel wurde schon viel nachverdichtet

Die Mehrzahl der Eigentümer befürchtet jedoch Schlimmstes. Sie wollen keine Nachverdichtung, sondern den Park auf jeden Fall so erhalten, wie er heute ist. Die Grünanlage sei ein „Luftschöpfungsareal“ fürs gesamte Viertel, das bereits viel Nachverdichtung aushalten musste. „Es ist die letzte Oase hier“, betont Margarete Leidolf. Von Kleinkindern bis zu den Anwohnern des benachbarten Altenheims nutzten alle den Park. Im Sommer finde hier „Picknick, Grillen, Spiel und Sport“ statt, erzählen Maria und Lech Gawlikowsky. Zudem wurde den Eigentümern vor Jahren schriftlich von der Stadt bestätigt, dass ihre zehnstöckigen Hochhäuser eigentlich zu eng stehen. Der Park kompensiere somit auch die fehlenden Abstandsflächen.

Die Bayerische Hausbau jedenfalls sondiert schon einmal die Möglichkeit, entlang der Rosenheimer Straße einen Gebäuderiegel zu errichten. 

„Das Argument Lärmschutz ist zynisch“, findet Anwohner Josef Becker. Allein eine Randbebauung würde den Spielplatz und sicher den größten Teil des Bolzplatzes zerstören. Allerdings gibt es im Grundbuch eine sogenannte Rückauflassungsvormerkung zugunsten der Hausbau. Das Unternehmen könnte somit bauen, wenn die Stadt das Privatareal zu Bauland umwidmet. Und innerhalb der Eigentümergemeinschaft ist man offenbar gespalten. Es gebe schon einige, die ihren Parkanteil gerne zu Geld machen würden, heißt es aus dem Kreis der Gegner sorgenvoll. Doch die Bauwilligen halten sich bedeckt, wollen nicht mit der Presse reden.

Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach vertritt den Standpunkt, der Kustermannpark sei nicht geeignet für eine Nachverdichtung. Nach Angaben der Stadtteilpolitiker steht auch die Lokalbaukommission einer Bebauung des Kustermannparks negativ gegenüber.

von Carmen Ick-Dietl

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