Kickboxsprung

Frau verprügelt zuerst ihre Partnerin, dann hilfsbereiten Mann

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Eine 25-Jährige schlug zuerst auf ihre Freundin (21), dann bekamen auch Ersthelfer Schläge ab. Nun stand sie vor dem Amtsgericht. 

München - Wie das Amtsgericht München nun mitteilt, wurde eine 25-jährige Verkäuferin zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Ohne Bewährung, denn die Angeklagte habe ein hohes Aggressionspotential, zudem einschlägige Vorstrafen und eine ungünstige Sozialprognose. 

Der Vorfall geht zurück auf den 18. Juni. Am frühen Morgen, gegen 5.30 Uhr, befand sich die Verkäuferin mit ihrer Partnerin (21) und Begleitern auf dem Weg von einem Sonnwendfeuer in Neubiberg zur S-Bahn-Haltestelle Neuperlach-Süd. Es kam zum Streit, sie wurde zornig und handgreiflich. Sie schubste ihre Lebensgefährtin auf einen Rasen. Die junge Frau suchte daraufhin Deckung in der Embryonalstellung, musste aber weitere Schläge und Tritte einstecken, auch gegen ihren Kopf. 

Backpfeifen und üble Beleidigungen

Zwei Männer, Vater und Sohn (60 und 36 Jahre alt), gingen dazwischen. Beide waren auf dem Weg zur Arbeit, als sie die 25-Jährige prügeln sahen. Doch die Verkäuferin sah jetzt erst recht rot. Ein „Schwein“ und „Nazi“ sei er, giftete sie den 60-Jährigen an und gab ihm Backpfeifen. Dann versuchte sie sein Gesicht mit einer Art Kickboxsprung zu treffen, verfehlte es aber. Der 60-Jährige bekam auf Grund der ganzen Aufregung Herzrasen und Atemnot. Vor Gericht erklärte er, noch nie so viel Wut und Zorn erlebt zu haben. 

Währenddessen wurde sein Sohn von zwei Begleitern der Angeklagten geschlagen. Der 36-Jährige zog sich eine Platzwunde an der Lippe zu.  

Plötzlich andere Aussage vor Gericht

Vor Gericht erzählte die 25-Jährige, dass sie ihre Partnerin nicht geschlagen habe, sondern lediglich auf den Boden herunterzog, um sie zu beruhigen. Das bestätigte ihre Lebensgefährtin auch so vor dem Richter, obwohl sie gegenüber der Polizei noch von einem Tritt gegen ihren Oberschenkel sprach.  

Der Richter glaubte diesen Ausführungen jedoch nicht. Zugunsten der Angeklagten wurde lediglich gewertet, dass sie zum Tatzeitpunkt einen Alkoholwert von 1,43 bis 1,87 Promille gehabt haben muss. Da die 25-Jährige bereits schon vor Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt wurde, traf sie nun die Härte des Gesetzes. Sie muss in Haft. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. 

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mag

Rubriklistenbild: © dpa

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