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Angebot auf über 6000 Quadratmetern: Primark eröffnet eine Filiale im Münchner PEP.

Neue Details zur Eröffnung

Nach Zara-Skandal in München: Wie geht es den Mitarbeitern bei Primark?

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Ähnliche Probleme wie bei der Konkurrenz? Vor der Eröffnung der ersten Primark-Filiale in München haben wir mit Geschäftsführung und Gewerkschaft über die Situation der Mitarbeiter gesprochen. 

Update vom 4. Mai 2018: Kurz vor der Eröffnung der Primark Filiale in München gibt es neue Details zu der Innenausstattung der Primark-Filiale im PEP in Neuperlach. 

München - Am 17. Mai hat das Warten ein Ende. In der Perlacher Einkaufs-Passage (PEP) eröffnet die Modekette Primark ihre erste Filiale in der Landeshauptstadt. Bereits im Vorfeld hatte die Ankündigung des Konzerns bei einigen Münchnern für Wirbel gesorgt. Primark-Kritiker stoßen sich vor allem am Produktionsverfahren der Billigmode.

Auf über 6000 Quadratmetern geht es für das Unternehmen in den verbleibenden Wochen darum, die Verkaufsfläche gewinnbringend zu gestalten. Jelena Sieber hat bereits eine Primark-Filiale in Berlin betreut, nun ist sie maßgeblich mit dem Aufbau des Neuperlacher Standorts betraut; sie spricht von einer „äußerst großen Herausforderung“. 

Mit Eröffnung der PEP-Filiale werden insgesamt 300 feste Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit ist Primark noch auf der Suche nach Teilzeit-, Abend- und Wochenendkräften.

In einem Erweiterungsbau im PEP wird der irische Discounter Primark künftig seine Kunden begrüßen.

Neue Details zur Eröffnung

Um die Premiere  am 17. Mai möglichst medienwirksam zu begleiten, arbeitet Primark mit Bloggern und Social-Media-Prominenz zusammen. Intern soll ein Mitarbeiter-Brunch auf den neuen Standort einstimmen. Am Premierentag selbst können sich Kunden auf ein Unterhaltungsprogramm in der neuen Filiale freuen - darunter etwa ein DJ und eine Fotokabine.

„Ich habe sämtliche Eröffnungen ausnahmslos als positiv erlebt“, sagt Sieber. Dennoch hält Primark für den Premierentag ein spezielles Sicherheitskonzept parat. „Erfahrungsgemäß sind es selten Neukunden, die uns am ersten Tag die Bude einrennen - die kommen meistens am zweiten oder dritten Tag“, erklärt die Managerin.

Wie geht es den Mitarbeitern?

Für einen störungsfreien Start scheint auf den ersten Blick alles bereitet. Doch wie ist es um die Situation der Mitarbeiter bestellt? Ein Konkurrent des Mode-Konzerns hatte in der Landeshauptstadt zuletzt für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Aus Münchner Zara-Filialen waren Anfang des Jahres ekelerregende Aufnahmen aufgetaucht, Mitarbeiter beklagten „Zustände wie in Südostasien“. Werden die Angestellten bei Primark ähnlich in Mitleidenschaft gezogen, was die Themen Hygiene und Sicherheit angeht?

Schimmel, Müll und Staub: Ekel-Aufnahmen aus Münchner Zara-Filiale

„Bei uns gibt es da keine Schwierigkeiten“, entgegnet Sieber und verweist auf ein firmeninternes Prüfsystem, Vorgaben des TÜV und den „gesunden Menschenverstand“. Seit Ende März gelte zudem ein Gesundheitstarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di. „An Schulungen mangelt es bei Primark nun wirklich nicht“, lacht die Managerin.

ver.di-Vertreter loben Gesundheitstarifvertrag

“Bei Primark gibt es die selben Probleme wie in anderen Unternehmen auch“, erklärt Cosimo-Damiano Quinto von der Gewerkschaft ver.di. „Der Unterschied jedoch ist, dass die Führungsetage dies auch anerkennt“, so der Funktionär. Direkte Folge dieser Einsicht sei der Ende März beschlossene Gesundheitstarifvertrag. Quinto lobt eine „Offenheit, die im Einzelhandel seinesgleichen sucht.“

Faktoren, die die Mitarbeiter in ihrem Alltag belasten, werden in der Abmachung mit der Gewerkschaft berücksichtigt. So müssen bei Primark nicht nur viele ungelernte Kräfte eingelernt werden, zudem herrscht - wie im Einzelhandel nicht unüblich - ein hoher Einstellungsdruck. „Ein Gesundheitstarifvertrag, der die Arbeitsorganisation auf die verschiedenen Lebensphasen abstimmt, wirkt sich unmittelbar auf die Lebensqualität aller Primark-Beschäftigten aus“, lobt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Vorfreude auf „bayerische Fashionistas“

Primark-Managerin Sieber kann es nun kaum mehr erwarten, bis die ersten Kunden über die Einkaufsfläche im PEP spazieren. „Ich hoffe auf bayerische Fashionistas, die froh sind, dass Primark endlich in München angekommen ist“, so die Führungskraft. Ob die neue Filiale in der Landeshauptstadt gleich voll einschlägt? “Man muss erst einmal abwarten, wie die Kunden den Store annehmen“, dämpft Sieber allzu hohe Erwartungen.

Übrigens: Primark eröffnet in Bayern eine weitere Filiale: Hier gibt es alle Informationen über den geplanten Standort in Ingolstadt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Perlach - mein Viertel“.

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