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Wohnen für alle – aber zu wenig Grün

Ramersdorf: Lokalpolitiker gegen Nachverdichtungspläne

München - In Ramersdorf kritisiert der Bezirksausschuss die geplante Nachverdichtung einer GWG-Siedlung und fordert Reduzierung der Gebäude. Die Stadt will dort 110 Kleinstwohnungen bauen.

Der Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach hat seine Zustimmung zur geplanten Nachverdichtung der GWG-Siedlung in Ramersdorf im Rahmen des Projekts „Wohnen für alle“ revidiert. Die Stadtteilpolitiker glauben: Ein – oder besser – zwei Gebäude weniger, und die Akzeptanz für das Bauvorhaben würde deutlich steigen.

Sechs neue Wohngebäude mit insgesamt rund 110 Kleinstwohnungen sollen in die bestehende Siedlung zwischen Ständler-, Görzer-, Puechberger- und Balanstraße eingefügt werden. Es handelt sich um die Umsetzung des Stadtratsbeschlusses mit dem Titel „Wohnen für alle“, gemäß dem möglichst viele öffentlich geförderte Wohnungen für Einkommensschwache und anerkannte Flüchtlinge in München gebaut werden sollen. In Ramersdorf kommen 16 mal 16 Meter große Gebäude mit fünf Geschossen zu den bestehenden dreigeschossigen Altbauten hinzu.

Vor allem die Bebauung des grünen Innenhofs löst bei den betroffenen Bewohnern Frust und Ärger aus. Nach einem Ortstermin fordert der Bezirksausschuss nun unisono von der Stadt und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG, auf die Bebauung der Wiese zu verzichten. Denn damit würde der Innenbereich komplett entwertet. Die Häuser hätten keine Balkone, und die Bewohner müssten eine hohe Lärm- und Schadstoffbelastung durch die unmittelbar vor den Häusern vorbeiführende Ständlerstraße hinnehmen. Ihr einziger Erholungs- und Rückzugsraum sei die Wiese, heißt es. Es träfe aber auch die Kindertagesstätte Ständlerstraße, die über keine eigenen Freiflächen verfügt. Wenigstens auf einen Baukörper sollte man verzichten, den anderen soweit wie möglich nach Süden verschieben, schlagen die Stadtviertelpolitiker vor. So bleibe den Anwohnern viel vom grünen Innenhof erhalten.

Für Diskussionen sorgt auch, dass die neuen Gebäude keine Keller haben. Dadurch werden Anbauten für Mülltonnen und Abstellräume nötig, die zusammen mit den Feuerwehranfahrten den verbleibenden Platz weiter verkleinern. Der Bezirksausschuss fordert daher, auch die anderen Bauten möglichst so zu situieren, dass Grün- und Baumbestand größtenteils verschont werden. Noch sei dies möglich, weil das Baugenehmigungsverfahren laut BA-Informationen nicht begonnen wurde.

Die GWG hatte bei einem Infoabend erklärt, dass bereits im November Baubeginn sein solle. Die Fertigstellung sei für April 2017 geplant.

Carmen Ick-Dietl

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