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Linie der Verspätungen: Die S7 verlangt den Fahrgästen starke Nerven ab. Verspätungen sind an der Tagesordnung.

Ausbau gefordert, Bahn winkt ab

S-Bahn-Linie 7: Kein zweites Gleis für die Eingleisige

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München - Seit Jahren fordern Politiker in München und aus dem Umland den zweigleisigen Ausbau der S7 Ost und eine Verdichtung des Taktes auf zehn Minuten. Doch daraus wird nichts. Die Bahn sieht keine Notwendigkeit für einen Ausbau.

Die S7 Ost ist derzeit die einzige S-Bahnstrecke im Stadtgebiet und dem näheren Umkreis, die nur eingleisig ausgebaut ist. Wer die Linie nutzt, braucht starke Nerven, denn Verspätungen und Störungen sind an der Tagesordnung.

Seit Jahren fordern Politiker aus München und dem Umkreis deshalb den zweigleisigen Ausbau, der möglichst mit einer Verdichtung des 20- auf einen 10-Minuten-Takt einhergehen soll. Entsprechende Anträge der Bezirksausschüsse Obergiesing-Fasangarten und Ramersdorf-Perlach sowie der Grünen behandelte jetzt der Planungsausschuss des Stadtrats.

Die Verwaltung hatte im Vorfeld Stellungnahmen der Bahn und des Innenministeriums eingeholt – mit ernüchterndem Inhalt. Das Innenministerium teilte mit, dass ein Streckenausbau nicht erforderlich sei, denn das Fahrplanangebot sei „adäquat“. Die Bahn schrieb, dass „als Maximum“ ein 15-Minuten-Takt bis zur Haltestelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn möglich sei, allerdings erst nach Fertigstellung der Zweiten  Stammstrecke. Einen Zehn-Minuten-Takt auf der S7 Ost schloss die Bahn sogar aus, da der Ostbahnhof nicht über die erforderlichen Kapazitäten für Fahrtrichtungswechsel verfüge.

Im Stadtrat sorgten diese Aussagen für Entrüstung. „Das Problem auf der S7 ist seit Jahrzehnten bekannt, wird aber nicht behoben. Viele Pendler werden das auf Dauer nicht mehr mitmachen und auf das Auto umsteigen“, sagte Herbert Danner (Grüne). Der Wohnungsbau entlang der Strecke werde überdies ins Stocken geraten, sollte die Bahnstrecke nicht ausgebaut werden.

Johann Altmann (Freie Wähler) warf der Deutschen Bahn eine „Verweigerungshaltung“ vor und warnte den Stadtrat davor, auf den Bau der Zweiten Stammstrecke zu warten. „Das Projekt könnte von heute auf morgen beerdigt werden. So war es schon beim Transrapid.“

Die Grünen forderten in einem Antrag die Stadt auf, die Bahn mit dem Ausbau der Strecke zu beauftragen. Notfalls müsse München eben selber die Planungskosten tragen, um Fortschritte zu erreichen, betonte Paul Bickelbacher (Grüne).

Dem widersprach Ingo Mittermaier vehement. „Wir sind uns einig, dass die Situation unbefriedigend ist, doch wenn wir jetzt anfangen, Planungen für die Bahn zu bezahlen, dann wäre das ein Fass ohne Boden“, sagte der SPD-Stadtrat. Für die S-Bahn seien Bahn und Freistaat verantwortlich, die Stadt könne nicht darüber entscheiden, ob ein 10- oder 15-Minuten-Takt eingeführt werde.

Die Grünen beantragten schließlich, Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) den Auftrag zu erteilen, sich mit dem Freistaat ins Benehmen zu setzen, um die Finanzierung des zweigleisigen Ausbaus zu erwirken. Dies lehnte der Stadtrat aber mit den Stimmen von CSU und SPD ab, ebenso den Antrag, die Bahn mit der Planung zu beauftragen.

Stattdessen beschloss Rot-Schwarz, die Bahn und den Freistaat lediglich „darum zu bitten“, Streckenabschnitte auf der Ostroute der S7 zu identifizieren, die für einen künftigen zweigleisigen Ausbau freigehalten werden müssten. So soll verhindert werden, dass durch künftige Bauprojekte entlang der Trasse ein zweigleisiger Ausbau erschwert oder gar verhindert wird.

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