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Kurz vor ihrem Tod hatte die verstorbene Jennifer V. (†26) einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.

Prozess um tote Neuperlacherin

Schwiegervater unter Mordverdacht: Wird Jennifers Tod gesühnt?

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Nagori R. ist dringend tatverdächtig, seine Schwiegertochter aus dem Leben gerissen zu haben. Am Donnerstag (11. Januar) wird dem 43-Jährigen der Prozess gemacht. Laut Anklage wollte sich die Neuperlacherin scheiden lassen.

Der 2. Februar 2017 war der Tag, der alles veränderte. Jennifer V. (†26) kam nicht nach Hause - die Neuperlacherin blieb wochenlang spurlos verschwunden. Am 1. April dann der grausige Fund: Rettungskräfte bargen ihre Leiche in Österreich nahe Kuftstein aus dem Inn. Dort hatte die zweifache Mutter gearbeitet, sie lebte mit ihrem Mann in Tirol. 

Lange blieb der Tod der gebürtigen Münchnerin ungeklärt - und stellte ihre Familie vor Rätsel. Die Polizei ging zunächst von einem Unglück aus, denn ein Gewaltverbrechen war nicht nachweisbar. Doch dann verdichteten sich die Hinweise: Videoaufnahmen konnten belegen, dass ein Taxibus Jennifer V. von der Arbeit abgeholt hatte - am Steuer soll ihr Schwiegervater gesessen haben. Er steht seither unter dringendem Tatverdacht und wurde bereits dreimal festgenommen und wieder freigelassen. Ab morgen muss sich Nagori R. (43) nun vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet auf Mord! 

Zahlreiche Angehörige kamen zur Beerdigung am 2. Juni 2017. Schweren Herzens mussten sie ihre Jennifer verabschieden, die zwei Söhne hinterlässt.

Tatmotiv laut Staatsanwaltschaft: Trennungsabsicht

„Dem Mann wird vorgeworfen, seine Schwiegertochter am 2. Februar von der Arbeit abgeholt und zwischen 18 und 20.37 Uhr in Kundl auf eine nicht mehr feststellbare Weise vorsätzlich getötet zu haben“, sagt Hansjörg Mayr, Sprecher der Tiroler Staatsanwaltschaft. Der Schwiegervater bestreitet aber, mit dem Tod der jungen Mutter etwas zu tun zu haben. Den Ermittlungen zufolge hatte er aber kurz nach dem Verschwinden von Jennifer zwei Handys mit Prepaid-Karten gekauft und verschickte damit Kurznachrichten in ihrem Namen. Außerdem soll er im Internet nach Informationen gesucht haben, wie ein abgeschaltetes iPhone geortet werden kann. Das Tatmotiv sieht die Staatsanwaltschaft in der Trennungsabsicht: Laut Anklage wollte die Neuperlacherin sich scheiden lassen - das konnte der Schwiegervater wohl nicht ertragen. Deshalb soll er sie ermordet haben. 

Mysteriös: Kurz vor ihrem Tod hatte Jennifer V. einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Ihr Schwiegervater soll immer wieder zudringlich geworden sein. Am 1. April bargen Rettungskräfte dann ihre Leiche aus dem Inn. Anhand der Tattoos und ihrer Kleidung war klar: Es ist die 26-jährige Jennifer. Die Obduktion hatte ergeben, dass sie ertrunken war. Wohl deshalb ging die Polizei nicht gleich von einem Verbrechen aus. Doch ihre Familie war von Beginn an überzeugt: Jennifer starb durch fremde Hand. Und richtete für Hinweise die Facebook-Seite „Gerechtigkeit für Jennifer“ ein. 

Wird ihr Tod nun endlich gesühnt? Das muss der Prozess am Donnerstag zeigen. Nur einen Verhandlungstag hat das Gericht angesetzt! 

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A. Thieme

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