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Ein Foto vom Einsatzort.

Großaufgebot vor Ort

SEK-Einsatz an Münchner Realschule - „Gut, dass so schnell reagiert wurde“

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    Johannes Heininger
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Am Donnerstagmorgen hat eine Lehrerin einen Großeinsatz an einer Münchner Realschule ausgelöst. Die Schule wurde komplett geräumt und ein SEK-Team eingesetzt.

München - An der Elly-Heuss-Realschule am Giesinger Bahnhof gab es am Donnerstagvormittag ein SEK-Einsatz. Eine Lehrerin der Städtischen Fachoberschule für Gestaltung, die sich auf dem gleichen Grundstück in der Ungsteiner Straße wie die Elly-Heuss-Realschule befindet, hatte am Morgen um 9.30 Uhr die Polizei verständigt und mitgeteilt, sie habe Knallgeräusche und Schreie gehört. Die Schulgebäude wurde daraufhin geräumt, 900 Schüler wurden nach draußen gebracht.

Was die Münchner Polizei am Tag zuvor im Schlachthofviertel noch geprobt hat, schien gestern Realität zu werden. Am Ende war es zum Glück nur ein Fehlalarm. Doch die Lage schien hochbrisant: Die Lehrerin der Fachoberschule war sich sicher, dass im Gebäude Schüsse gefallen waren. Auch Schreie will sie gehört haben. Verängstigt wählte sie den Notruf. Die Polizei zögerte keine Sekunde. Rund 100 Beamte, darunter auch Spezialeinsatzkommandos (SEK), rasten in die Ungsteiner Straße. In der Umgebung bereiteten sich mehrere Besatzungen von Rettungswagen auf den Ernstfall vor.

Woher die Schüsse und Schreie kamen, ist noch nicht geklärt

Eine Schulklasse hatte sich zwischenzeitlich in einen Raum eingeschlossen, vermutlich aus Angst vor Angriffen. Die Polizisten umstellten zunächst das Gebäude, inspizierten schließlich das Innere. Jeder Winkel wurde abgesucht, Zeugenaussagen aufgenommen. Ein Hinweis auf Terrorgefahr ergab sich daraus aber nicht, gab ein Polizeisprecher gegen 10 Uhr Entwarnung. Woher die angeblichen Schüsse und Schreie kamen, konnte nicht endgültig geklärt werden. Verletzte gab es bei dem etwa zwei Stunden dauernden Einsatz nicht. Gegen 11.20 Uhr kehrten alle Schüler und Lehrkräfte wieder in das Gebäude zurück – der Unterricht wurde fortgesetzt.

Ein flaues Gefühl hatte sich bei den Schülern ausgebreitet, als die Durchsage des Rektors durch die Gänge hallte – gerade war die erste Pause angebrochen, plötzlich sollten alle Schüler das Gebäude verlassen. Der ausdrückliche Hinweis: „Das ist keine Übung“. Nachdem der Spuk vorbei war, versammelten sich einige Jungen und Mädchen vor dem Schulgelände. Der vermeintliche Terroreinsatz war das große Thema. „Es schießen einem natürlich sofort Bilder von Amokläufen durch den Kopf – so wie man sie aus Amerika kennt“, sagte eine Schülerin. Zunächst sei im Gebäude alles ruhig abgelaufen. Lehrer dirigierten die Schüler in Gruppen aus dem Schulhaus. „Erst als ich draußen die vielen Polizisten mit ihren Maschinenpistolen gesehen habe, war mir klar, was da eigentlich los war. Ein komisches Gefühl“, erzählte ein 18-Jähriger.

Stadtschulrätin Beatrix Zurek war erleichtert und lobte das Eingreifen der Polizei: „Gut, dass so schnell reagiert wurde. Ebenso wie die Polizei bin ich der Meinung, dass solche Situationen sehr ernst zu nehmen sind.“ Johannes Heininger

Bilder: SEK-Einsatz an Realschule am Giesinger Bahnhof

Rund 100 Beamte waren im Einsatz. Eine Schulklasse hatte sich kurzzeitig im Gebäude eingeschlossen, wohl aus Angst vor einem Amokläufer. Verletzte gab es bei dem Fehlalarm keine.

Lesen Sie auch: Ein Mann mit einer Waffe hat am Freitag (22. Mai) für einen SEK-Einsatz in München gesorgt. Ein Biergarten musste evakuiert werden.

vf/joh

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