Muss weg: Das Kulturhaus weicht der Bebauung am Hanns-Seidel-Platz. Das trifft auch den Bezirksausschuss. foto: kruse

Neues Kulturzentrum

Abriss am Hanns-Seidel-Platz: Stadt setzt Viertelpolitiker vor die Tür

Weil das Kulturhaus abgerissen wird, hat der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach ab November womöglich keinen Sitzungsraum mehr.

München - Der Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach hat keine Ahnung, wo er ab November seine Sitzungen abhalten soll. „Das Kommunalreferat setzt den Bezirksausschuss auf die Straße“, schimpft BA-Chef Thomas Kauer (CSU). Das Neuperlacher Kulturhaus, in dem das Stadtteilparlament bisher tagt, macht Ende Oktober dicht und die geplante Ausweichlösung verzögert sich.

Das Kulturhaus muss der anstehenden Bebauung am Hanns-Seidel-Platz weichen. Ende November soll das Haus abgebaut werden. Der Abriss trifft nicht nur den Trägerverein „KulturBunt“, das Kulturhaus ist auch Sitzungslokal des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach. Doch das neue Kultur-Bürgerzentrum im Zentrum Neuperlachs wird nicht vor 2025 fertig. Seit Monaten sucht die Stadt daher gemeinsam mit dem Kulturverein nach einer Interimslösung.

Dann kam die Meldung, dass man tatsächlich etwas gefunden hat. Im Hochhaus an der Albert-Schweitzer-Straße 62 stehen Räumlichkeiten leer, die nach Umbauten für den Kulturbetrieb genutzt werden können. Auch der Bezirksausschuss hätte hier einziehen und seine Sitzungen abhalten sollen. Doch nun erhielt BA-Chef Thomas Kauer (CSU) die Nachricht, dass es keinen nahtlosen Anschluss geben werde. Ein Bezug der Räume an der Albert-Schweitzer-Straße sei voraussichtlich erst im Frühjahr 2018 möglich, heißt es aus dem Kommunalreferat. Die Vorbereitungen und Planungen für den Umbau der Räume würden mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Man müsse vorher halt ausweichen.

Aber wohin, fragt sich Kauer verärgert. „Da hört man wochenlang nichts vom Kommunalreferat und dann so was!“ Die Antwort auf die letzte Nachfrage habe sechs Wochen gedauert. Bei der Stadt wisse man ja nicht erst seit gestern von der Situation, speziell das Kommunalreferat sei früh informiert gewesen. „Das ist wirklich eine bodenlose Frechheit, ich erlaube mir den Begriff Skandal!“ Der BA sei nur einer von zahlreichen Betroffenen. Denn im Kulturhaus finden neben den Sitzungen und Kulturveranstaltungen auch Weihnachtsfeiern, Eigentümerversammlungen, Vereinstreffen und vieles mehr statt. „Das Kommunalreferat hinterlässt uns hier einen Scherbenhaufen.“

Für die BA-Sitzungen gebe es einige Bedingungen, so Kauer weiter. Eine einigermaßen parlamentarische Bestuhlung, damit man Unterlagen und Laptop nicht auf den Knien balancieren muss, Tontechnik, keine Sperrfrist, Barrierefreiheit und eine relativ gute Verkehrsanbindung. „Eine Heizung im Winter wär auch nicht schlecht und mindestens was zu trinken.“

Der Bezirksausschuss führt nun selbst Gespräche mit Kirchengemeinden und anderen. Doch selbst wenn das Stadtteilparlament etwas in einer Gaststätte oder einem Pfarrsaal finden würde. „Wie soll ich das buchen, solange ich nicht weiß, wie lange wir dort sein werden.“ Kauer kann auch keinen Sitzungskalender für 2018 planen. „Wir sind Teil der Verwaltung, da muss die Stadt auch mal erklären, wo wir unsere Sitzungen abhalten sollen.“ 

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Carmen Ick-Dietl

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