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Passanten wundern sich über Riesen-Rohre am Münchner Hauptbahnhof: Sprecherin verrät, was dahintersteckt

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Von: Claudia Schuri

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Pipeline am Münchner Hauptbahnhof
Weil Grundwasser abgepumpt werden muss, sind am Hauptbahnhof München an manchen Gleisen Rohre zu sehen. © Marcus Schlaf

Am Hauptbahnhof München soll die neue Station der zweiten Stammstrecke unterirdisch liegen. Deshalb gibt es oberirdisch zunächst neue Pipelines.

München - Wer oft am Hauptbahnhof* unterwegs ist, dem sind sie sicher schon aufgefallen: Lange, orangefarbene Rohre verlaufen seit geraumer Zeit an einigen Bahnsteigen* entlang. Doch was hat es damit auf sich? Und wofür sind die Konstruktionen überhaupt gut? Laut der Deutschen Bahn handelt es sich dabei um Wasserleitungen, die im Sommer vergangenen Jahres an den Bahnsteigen zu den Gleisen 16/17 sowie 20/21 errichtet wurden. „Sie schließen Brunnen an, die im Bereich des Hauptbahnhofs verlegt worden sind“, erklärt eine Sprecherin der Bahn.

Die Brunnen sind notwendig, weil für den Bau der zweiten Stammstrecke* ein Teil des Grundwassers entnommen werden muss. Wichtig sei das besonders für die Herstellung der neuen Stationen am Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof sowie für den Bau von Rettungsschächten und Umweltverbundrohren, so die Bahn. Deshalb werden Förderbrunnen gebaut. Dafür gibt es zunächst tiefe Bohrungen bis ins Grundwasser. In die Brunnen werden dann Pumpen eingesetzt, die das Wasser an die Oberfläche fördern.

Hauptbahnhof München: Was ist mit Grundwasserdruck, wenn zweite Stammstrecke fertig ist?

Auch am Hauptbahnhof* pumpen mehrere Brunnen einen Teil des Grundwassers ab, damit die neue unterirdische Station der zweiten Stammstrecke* gebaut werden kann. Die Rohre an den Gleisen gehören zum Wasserleitungssystem dieser Brunnen. Durch sie könne das geförderte Grundwasser an anderer Stelle abseits der Baustelle wieder dem Boden zugeführt werden, erklärt die Bahnsprecherin. Bei der Baustelle am Marienhof dagegen gibt es keine Flächen, die zur Versickerung geeignet sind. Das Grundwasser wird darum in den nahen westlichen Stadtgrabenbach eingeleitet. Von dort aus fließt es in die Isar.

Wenn die zweite Stammstrecke fertig ist, wird diese sogenannte Bauwasserhaltung beendet und kein Grundwasser mehr gefördert. Die Bauwerke werden mit einem mehrlagigen System aus Spritzbetonaußenschale, Dichtungsfolie und Tunnelinnenschale abgedichtet. Das soll dauerhaft dem ursprünglichen und vollen Grundwasserdruck standhalten. *tz.de ist ein Angebo von IPPEN.MEDIA.

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