+
Laut einer Zeugin habe Dominik Brunner am S-Bahnhof Solln nicht nur einem Angeklagten einen Faustschlag versetzt. Er soll sich wie ein Kampfsportler benommen haben.

„Schlag, Kick, Schlag, Kick“

München - Dominik Brunner habe am S-Bahnhof Solln nicht nur einem Angeklagten einen Faustschlag versetzt. Er habe sich beiden Tätern gegenüber wie ein Kampfsportler benommen, berichtete die Juristin Daniela H. (56) im Zeugenstand.

Daniela H, hatte schon am S-Bahnhof Donnersberger Brücke beobachtet, wie die beiden Angeklagten Markus S. und Sebastian L. sowie der bereits verurteilte Christoph T. eine Gruppe jüngerer Schüler auszurauben versucht hatten. Sie mischte sich ein und versuchte, die Angreifer zu beruhigen, was ihr zunächst auch gelang. Sie sagte: „Ihr seht doch nicht so aus, als ob ihr betteln müsst.“ Das habe die Täter verblüfft. Nach einem Wortwechsel bemerkte sie: „Es ist verdammt schwer, erwachsen zu werden.“ Einer habe darauf gesagt: „Bei uns ist es schon zu spät.“ Einer habe sie gefragt: „Wie haben Sie es denn geschafft?“ Ein Lachen. Die Zeugin: „Die Situation hat sich entspannt.“

Bilder vom Brunner-Prozess

Bilder vom Brunner-Prozess

Bilder vom Brunner-Prozess
Bilder vom Brunner-Prozess
Bilder vom Brunner-Prozess
Bilder vom Brunner-Prozess
Bilder vom Brunner-Prozess

Lesen Sie auch:

Schüler widersprechen sich: Wer schlug zuerst zu?

Sarah P.: "Wuchtige" Tritte gegen Dominik Brunner

Reinhold Baier: Der strenge Richter im Fall Brunner

Während Christoph T. Richtung Pasing weiterfuhr, bestiegen Markus S. und Sebastian L. jene S 7 Richtung Solln, in die auch die zuvor angegriffenen Schüler stiegen. Daniela H. behielt die Jugendlichen während der Fahrt aus gewisser Distanz im Auge. Dabei fiel ihr erstmals Dominik Brunner auf, der direkt bei Markus und Sebastian saß. Brunner sei plötzlich aufgestanden und habe lautstark gerufen: „Jetzt rufe ich die Polizei!“ Sie habe die Situation in diesem Moment nicht so dramatisch eingeschätzt, habe sich aber gedacht: „Je sicherer, desto besser.“

In Solln sei Brunner schnellen Schrittes ausgestiegen, habe Gepäck und Jacke abgelegt: „Er rief laut zum S-Bahn-Fahrer: Jetzt gibt’s Ärger!“ Erst jetzt sei ihr aufgefallen, dass sich Markus und Sebastian ihm näherten. Brunner sei sofort in den Gegenangriff übergegangen. Er habe Markus S. einen Faustschlag ins Gesicht verpasst und Sekundenbruchteile später zugetreten: „Schlag, Kick ...“ Auf die gleiche Weise sei er dann auf Sebastian losgegangen. Mit einer derart heftigen Reaktion Brunners habe sie nicht gerechnet, so die Zeugin: „Ich war völlig perplex.“ Was dann geschah, konnte sie nicht mehr sehen, denn ihre S-Bahn fuhr weiter.

tz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare