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Der OB zeigt Präsenz: Dieter Reiter traf Grundstücksbesitzerin Melitta Meinberger und weitere Anwohner am Fundort.

Gibt es Unterstützung aus Berlin?

OB kommt nach Freimann: Krisengipfel am Bombenhaus 

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OB Dieter Reiter spricht den Anwohnern nach dem Bombenfund in Freimann Mut zu. Für Melitta Meinberger hat er keine neuen Nachrichten. Mit ihrem Fall beschäftigt sich der Stadtrat am kommenden Mittwoch. 

München - Gute Nachrichten können die Menschen in Freimann gerade gut gebrauchen. Am Dienstagabend kam OB Dieter Reiter (58, SPD), um sich ein Bild zu machen. Im Gepäck: warme Worte und ein Versprechen. Er werde sich im Stadtrat dafür einsetzen, dass die Menschen,die ihre Häuser verlassen mussten, nicht auf den Hotelkosten sitzen bleiben. Die Stadt solle die Kosten übernehmen und für eine „unbürokratischen Lösung“ sorgen. „Es ist nur wichtig, dass Sie alle Belege aufbewahren“, erklärte er den umstehenden Bewohnern beim Ortstermin eindringlich. Nach wie vor läuft die Räumung, innerhalb eines Sperr-Radius von 100 Metern darf sich niemand aufhalten.

Für Melitta Meinberger (72), unter deren Grundstück jahrelang rund zehn Tonnen Sprengstoff aus dem Zweiten Weltkrieg lagerten, hatte Reiter derweil leider keine Neuigkeiten. Bisher hieß es, sie müsse die Bergung der Granaten, Sprengsätze und Raketen selbst bezahlen: Ihr Anwalt Florian Englert schätzt die Kosten auf rund 500.000 Euro. Daran habe sich offenbar nichts geändert. Englert: „Meine Mandantin war auch da. Reiter hat sie begrüßt - geholfen hat er ihr nicht.“ 

Anwalt wendet sich auch an Merkel und Seehofer

Englert hat nun ein zwölfseitiges Schreiben an das KVR und an Reiter geschickt. Englert fordert, dass sich Stadt, Freistaat und BRD „auf einen Konsens zur Kostentragung einigen.“ Das Schreiben ging unter anderem auch an Kanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Horst Seehofer. Englert will, dass sich „endlich auch die große Politik“ mit der Sache beschäftigt. Er sagt: „Sollte das KVR meiner Mandantin einen Zahlungsbescheid zustellen, werden wir vor Gericht ziehen und die Bundesrepublik Deutschland verklagen.“

Bleibt offenbar auf horrenden Kosten sitzen: Melitta Meinberger soll für die Bergung zahlen.

Am kommenden Mittwoch wird sich der Stadtrat mit Meinbergers Fall beschäftigen. Wann die Räumung beendet ist, weiß noch niemand.

tos

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