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Ohne Oberleitung: Die Tram durch den Englischen Garten würde mit Akkus fahren. 

Wie entscheidet Söder?

Englischer Garten: Angst vor Beerdigung der Tram-Pläne

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Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) plant derzeit auf Hochtouren die Tram durch den Englischen Garten. Allerdings gibt es nach Informationen unserer Zeitung Befürchtungen bei der MVG, dass Ministerpräsident Markus Söder die Garten-Tram wieder beerdigen könnte.

München  - Die Stadt benötigt für das Projekt die Zustimmung des Freistaats, der Eigentümer des Englischen Gartens ist.

Die als Tram-Nordtangente bezeichnete, rund 13 Kilometer lange Straßenbahnstrecke führt von Neuhausen (Romanplatz) kommend über Schwabing bis nach Bogenhausen (St. Emmeram). Der größte Teil dieser Verbindung ist bereits heute als Straßenbahnstrecke ausgeführt. Auf zwei Kilometern Streckenlänge soll nun noch der Lückenschluss zwischen den bestehenden Haltestellen Elisabethplatz und Tivolistraße erfolgen.

Anfang des Jahres hatte der Stadtrat dafür den Auftrag erteilt – unter zähneknirschender Zustimmung der CSU. Zuvor war die Staatsregierung auf Betreiben des damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) von ihrer ablehnenden Haltung abgerückt. Markus Söder freilich hatte sich stets gegen das Projekt ausgesprochen, auch CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle war und ist ein großer Skeptiker in Bezug auf die Trasse. Gegenüber unserer Zeitung gab der neue Ministerpräsident nun ein Bekenntnis zur Garten-Tram ab, das politisch jedoch ein Hintertürchen offen lässt: „Grundsätzlich gilt, was das Kabinett beschlossen hat. Wir warten jetzt, was die Stadt als Vorschlag vorlegt.“

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Eines der Lieblingsprojekte von OB Dieter Reiter   

Eher kritisch-konstruktiv begleitet auch die CSU im Stadtrat eines der Lieblingsprojekte von OB Dieter Reiter (SPD). Der Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl äußert sich ähnlich wie Söder: „Wenn die Planung der MVG vorliegt, werden wir uns seriös damit auseinandersetzen“, erklärt er. Vor allem geht es der CSU um die Frage, ob die Garten-Tram nicht auch außerhalb des Teilstücks durch den Englischen Garten in den Bereichen Franz-Joseph-, Martius- und Thiemestraße ohne Oberleitung auskommen könnte. Dort gibt es viele historische Gebäude-Ensemble.

Fester Plan ist es, dass die neue Tram auf dem knapp einen Kilometer langen Abschnitt durch den Englischen Garten mit Akkubetrieb, also ohne Oberleitung, fährt. Die MVG möchte, dass sich die Trasse mit Rasengleisen möglichst harmonisch in die Parklandschaft einbettet. Ziel ist zudem, ohne Gitter und Absperrzäune auszukommen. Die Tram soll laut MVG nicht mehr Platz einnehmen als die derzeit verkehrenden Stadtbusse der Linien 54, 150 und 154. Ein Rad- und Fußweg ist ebenfalls vorgesehen.

Das Verkehrsunternehmen rechnet damit, dem Stadtrat im zweiten Halbjahr 2019 einen Trassierungsbeschluss vorlegen zu können. Die Inbetriebnahme der Garten-Tram – die Kostenschätzung beträgt 40 Millionen Euro – prognostizieren MVG und Planungsreferat für Mitte 2025.

Derzeit läuft allerdings auch ein Bürgerbegehren gegen die Garten-Tram. Initiator ist die Bayernpartei, die das Projekt für überflüssig hält, weil auf der Strecke bereits Busse verkehrten. Außerdem sei eine ungesicherte Tram-Trasse für Fußgänger gefährlich – und nicht zuletzt werde der Englische Garten durchschnitten. Bislang hat die Bayernpartei in sechs Wochen gut 3000 Unterschriften gesammelt. Etwa 34 000 Unterstützer sind notwendig, damit es zum Bürgerentscheid kommt.

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