Eigentlich schon beschlossene Sache

Streit geht weiter: Online-Petition gegen die Garten-Tram

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Die Tram durch den Englischen Garten ist beschlossene Sache. Eigentlich. Denn eine Schwabingerin wehrt sich gegen das Projekt und hat eine Online-Petition gestartet.

München - Gegen die geplante Tram durch den Englischen Garten regt sich Widerstand. Die Schwabingerin Carolina Pougin (50) hat eine Online-Petition gestartet. Bis Montagnachmittag hatten sich etwa 150 Unterstützer gefunden.

Die Bayerische Staatsregierung hatte vor drei Wochen ihren bisherigen Widerstand gegen das Projekt aufgegeben. Daraufhin hatte OB Dieter Reiter (SPD) sofort die Verwaltung angewiesen, die Planungen für die Trambahnlinie voranzutreiben. Ohne die Zustimmung des Freistaats, Eigentümer des Englischen Gartens, wäre dies sinnlos gewesen. Nach jetzigem Stand der Dinge sollen auf einer Breite von fünf bis sechs Metern für beide Fahrtrichtungen Rasengleise verlegt werden. Parallel dazu würde ein Radweg verlaufen. Die Tram-Nordtangente würde auf einer Strecke von etwa einem Kilometer von der Tivoli- zur Thiemestraße durch den Englischen Garten verlaufen.

Münchner CSU ist gegen die Tram

Die Münchner CSU hegt Skepsis gegen das Projekt und favorisiert Elektrobusse statt der Tram. Dies halten auch die Initiatoren der Online-Petition für sinnvoller. Außerdem glauben sie, dass für die Tram notwendige technische Einbauten wie Schienen, Signalanlagen und Warnschilder den Eingriff in das Naherholungsgebiet Englischer Garten vergrößern würden. Die Tram, so ist in der Online-Petition zu lesen, wäre auch ein enormes Sicherheitsrisiko für Fußgänger, Radfahrer, Hunde und spielende Kinder. Im weiteren Verlauf der Trasse würde es für Radfahrer in vielen Abschnitten besonders eng werden, befürchten die Tramgegner – vor allem auf der Martiusstraße. Weiterer Kritikpunkt: Der Autorückstau, der sich üblicherweise hinter einer Tram bilde, sei für die vielbefahrene Franz-Joseph-Straße vorprogrammiert.

Die MVG widerspricht: Die Tram werde sich mit dem Rasengleis harmonisch in den Park einfügen, sagt Sprecher Matthias Korte. „Das bedeutet: weniger Asphalt als heute, weniger Versiegelung, mehr Grün.“ Nachdem die Tram auf der schon heute bestehenden Busstraße geführt werden soll, gehe man nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass keine größeren Bäume gefällt werden müssten. Die Trasse werde auch nicht eingezäunt. Schließlich betont Korte: „Die Tram wird im Englischen Garten genauso sicher unterwegs sein wie überall anders in der Stadt. Sie stellt weder hier noch dort ein Sicherheitsrisiko dar.“

So soll die Tram durch den Englischen Garten einmal aussehen, in rund zehn Jahren könnte sie fahren.

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