Freiwillige Feuerwehr Freimann

Wenige Tage nach Feuerkatastrophe: So ist der Stand in Freimann

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Nach dem Brand bei der Feuerwehr in Freimann muss die Halle abgerissen werden – die Abteilung ist trotzdem schon wieder einsatzbereit.

München - Noch immer liegt der Geruch von Ruß und Verbranntem in der Luft. Fünf Tage ist es jetzt her, dass Flammen die Fahrzeughalle mitsamt drei Fahrzeugen und der kompletten Schutzausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr in Freimann zerstörten. Der Schaden wird die Millionengrenze überschreiten. Jetzt steht fest: Die Halle muss abgerissen werden. Ein vom Baureferat beauftragter Statiker erklärte am Montagnachmittag, dass sie nicht mehr zu retten ist.

In Rekordzeit, nicht einmal eine Woche später, ist die Abteilung Freimann nun schon wieder einsatzbereit. Seit Montag in der Früh kann die Integrierte Leitstelle die Freimanner wieder alarmieren. Nach dem Feuer am Mittwoch sah es allerdings noch ganz anders aus. „Dass die 36 Feuerwehrmänner und drei Frauen so schnell wieder zu Einsätzen gerufen werden können, hat nur funktioniert, weil die Abteilung zusammengeholfen hat und eine Einheit ist“, sagt Andreas Igl, Stadtbrandmeister und Geschäftsführer der Freiwilligen Feuerwehr. 700 Stunden ehrenamtliche Arbeit leisteten die Kameraden.

Die Unterstützung kam aus vielen Richtungen

Hilfe boten vergangene Woche viele an. „Ein Mann kam vorbei, der schon zwei Bandscheibenvorfälle hatte“, erzählt Abteilungsleiter Markus Brunner, der mit seiner Frau und seiner Tochter gegenüber der abgebrannten Fahrzeughalle wohnt. „Er meinte, er könne nicht viel machen, aber putzen könnte er.“ Schnelle und unkomplizierte Unterstützung sei auch von den 21 anderen Abteilungen in der Landeshauptstadt, der Berufsfeuerwehr und der Stadtverwaltung gekommen.

Wie berichtet, vernichteten die Flammen zwei Fahrzeuge, einen Anhänger und die Schutzausrüstungen von 45 Einsatzkräften. Zwei Fahrzeuge standen durch einen glücklichen Zufall nicht in der Halle. Aus Feldmoching bekamen die Freimanner jetzt ein Fahrzeug als Leihgabe, aus den Kleiderkammern der anderen Abteilungen die Schutzausrüstungen. Diese hängen jetzt im Schulungsraum. Dort steht nun auch die Technik, unter anderem das neue Alarmierungsfax. „Die neue Technik hat uns ein Vereinsmitglied gesponsert“, erzählt Vize-Abteilungsführer Piotr Kurc. Für den Unterricht stellt ein Ehrenmitglied der Abteilung Räume in seiner Firma kostenlos zur Verfügung. Sogar aus Schleswig-Holstein kam ein Hilfsangebot: „Bei der Feuerwehr in Kronshagen zerstörte ein Brand im Februar den größten Teil des Fuhrparks“, erzählt Markus Brunner. „Sie hatten also das Gleiche erlebt und wussten, was das bedeutet.“

„Das ist hier unser zweites Zuhause“

„Das Feuer war noch nicht ganz gelöscht, da setzte sich die ganze Abteilung bereits zusammen“, erzählt Christoph Keil, zuständiger Stadtbrandmeister für den Münchner Norden. Dem ersten Moment des Schocks, der Betroffenheit und Hilflosigkeit wich bei allen Kameraden schnell die Motivation, baldmöglichst wieder einsatzbereit zu sein. „Das ist hier unser zweites Zuhause“, sagt Kurc. Die Motivation, mit anzupacken, sei bei allen sehr groß gewesen. „Diese Krisensituation beweist den starken Zusammenhalt unserer Abteilung.“ Auch Kommandant Rupert Saller ist stolz auf die Freimanner. „Der persönliche Einsatz zeigt, dass wir ein gut funktionierender Baustein innerhalb der Gefahrenabwehr in München sind.“

Knapp eine Woche nach dem Brand ist den Einsatzkräften bei aller Arbeitsbelastung noch die Erleichterung anzumerken, dass niemand verletzt wurde. Eine Atemschutzflasche explodierte, flog mit einem lauten Knall durch ein Fahrzeug zerschlug das Hallentor und landete in der Einfahrt. Sie hätte jemanden treffen können. Die Brunners waren in der Arbeit, die Tochter in der Schule, als der Brand ausbrach. Glück war zudem, dass niemand in der Halle war. Ursache war wohl ein technischer Defekt an einer Ladebatterie eines Fahrzeugs.

Rubriklistenbild: © Achim Schmidt

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