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Melitta Meinberger (73) steht an ihrem Garten – oder besser gesagt an dem, was davon übrig ist. Wo früher grüner Rasen war, wie sie auf ihrem kleinen Foto zeigt, sind heute Kies und Schutt

Am 3. März 2017 wurde die Fliegerbombe gefunden

Ein Jahr nach dem Bombenfund - Melittas Leben auf der Baustelle

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Am Samstag jährt sich das Ereignis, das Melitta Meinberger so viele schlaflose Nächte bereitet hat.

Freimann - Am 3. März wurde unter ihrem Garten in Freimann hochexplosive Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Seitdem lebt die 73-Jährige auf einer Baustelle. Und sie weiß auch nach einem Jahr noch nicht, wie viel sie für die Beseitigung zahlen muss. „Wir warten weiter auf Antwort vom Bund“, sagt Anwalt Dr. Florian Englert zur tz.

Nachdem die Bewohner im vergangenen April zurück in ihre Häuser kehren konnten, begannen die Ausbesserungsarbeiten. „Nur bei mir wurde nichts gemacht“, klagte Melitta Meinberger in der tz. Ihr Garten war zu einer etwa 20 Meter langen und sechs Meter tiefen Grube geworden. Lediglich bis 60 Zentimeter unter die frühere Grasnarbe hatten Arbeiter das Loch wieder aufgefüllt. Als Eigentümerin müsse Melitta Meinberger den Rest selber übernehmen, hieß es. Neuer Rasen, neues Pflaster, neue Lichtschächte etc. Die Kosten dafür schätzt Anwalt Englert auf etwa 80 000 Euro.

Wer übernimmt die Kosten für die Reparatur?

Das ist bei Weitem aber nicht alles, was Melitta Meinberger Sorgen macht: Die Stadt München hatte für Evakuierung, Kampfmittelbeseitigung und Unterbringung der Anwohner 1,5 Millionen Euro vorgestreckt. 500 000 Euro davon trägt die Stadt tatsächlich, den Rest will sie zurück und wandte sich übers Bayerische Innenministerium an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Bonn.

Was Melitta Meinberger bezahlen muss, hängt nun davon ab, was Bund und Freistaat übernehmen. Noch hat Anwalt Englert keine Forderungen an seine Mandantin erhalten – das sei aber normal, wie er ergänzt. „Deshalb werden wir in den nächsten zwei Monaten direkt an den Bund herantreten.“ Er sei sich sicher, dass keine weiteren Kosten auf sie zukommen werden und der Bund auch die Reparatur ihres Gartens und Hauses übernehmen muss. Damit statt Baustelle wieder Lebensqualität herrscht am Zwergackerweg.

MW

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