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Vogelschützer Heinz Sedlmeier sowie Luzie Rieth und Anita Irl vom Heideflächenverein.

Naturschützer schlagen Alarm

Heiden-Ärger in Fröttmaning: „Hier hält sich keiner an die Regeln“

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Freilaufende Hunde, besprayte Hinweis-Schilder, Geböllere zu Silvester – und das mitten im Naturschutzgebiet. Umwelt- und Vogelschützer in der Fröttmaninger Heide sind alarmiert.

München - „Hier hält sich keiner an die Regeln“, schimpft Rudolf Nützel (55), Geschäftsführer der Kreisgruppe München beim Bund Naturschutz. „Selbst zur Vogelbrutzeit gehen die Leute querfeldein und lassen ihre Hunde frei laufen.“ Deeskalierend solle ab dem Frühjahr 2018 ein Gebietsranger wirken, der Besuchern die Regeln erkläre, ergänzt Heinz Sedlmeier (56), Geschäftsführer der Kreisgruppe München des Landesbundes für Vogelschutz.

Alltägliches Bild: Freilaufende Hunde.

Der Hintergrund: Im Frühjahr 2016 hatte die Regierung von Oberbayern die sogenannte Südliche Fröttmaninger Heide zum Naturschutzgebiet erklärt. In dem ehemaligen militärischen Übungsgebiet, in dessen Boden auch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern, leben viele seltene Tier- und Pflanzenarten – etwa die Heidelerche oder der deutsche Enzian.

Jahrelang hatte zuvor ein Streit geschwelt, wie streng vor allem das Mitführen von Hunden geregelt sein solle. Im Frühjahr 2016 dann bestimmte die Regierung von Oberbayern vier verschiedene Zonen in der Heide. In allen darf man Hunde nur an der kurzen Leine führen. Ausnahme: In zwei Zonen („Heideerleben“ und „Freies Betreten“, siehe Karte oben) muss der Hund nicht angeleint werden, wenn er und sein Halter mit einem Hundeführerschein registriert sind.

„Nicht gerade übersichtlich ausgeschildert“

In der Heideerleben-Zonen gilt dies wiederum aber auch nur von August bis Februar. Vernünftig kontrollieren kann das derzeit keiner. Auch müssen die Besucher je nach Gebiet auf den Wegen bleiben. „Zur Ehrenrettung der Besucher muss man sagen: Was man wo darf, ist im Gebiet nicht gerade übersichtlich ausgeschildert“, sagt Vogelschützer Sedlmeier.

Viele Wege und Flächen seien zudem noch nicht freigegeben, dort könnten Munitionsreste lagern. Deswegen liefen viele Spaziergänger querfeldein – und störten dabei etwa Tiere, die überwinterten.

Motocrosser sorgen für Ärger.

Sogar Motocross-Fahrer seien auf ihren Gelände-Motorrädern in der Heide unterwegs, sagt Sedlmeier. Verbote in der Vergangenheit hätten Aggressionen ausgelöst. „Davon wollen wir wegkommen. Der Gebietsbetreuer soll nun als Ansprechpartner für die Besucher da sein.“ Angestellt werden soll der beim Heideflächenverein, der das Heidehaus zur Umweltbildung betreibt. Auch im Verein berichtet man von Problemen mit weggeworfenem Müll, Hundekot und Feuerwerks-Überresten. „Nach Silvester fahren wir durch die Heide und sammeln erst einmal Raketen ein“, heißt es von dort. Mal ganz abgesehen vom Umweltschutz-Gedanken: Ein Feuerwerk trotz gefährlicher Munitionsreste im Boden zünden – sicher keine besonders gute Idee.

Das sagt die Regierung von Oberbayern

Im April 2016 hat die Regierung von Oberbayern die Verordnung über das Naturschutzgebiet „Südliche Fröttmaninger Heide“ erlassen. Eine Sprecherin der Regierung sagt nun, 2018 sei es Ziel, die Einhaltung der Regeln in der Heide „erneut anzumahnen“. Hoffnungen setze man hier auch in die neue Gebietsbetreuerstelle. Bei Nichtbeachtung könnten jederzeit Strafen ausgesprochen werden. Die Betretungsverbote bestimmter Flächen seien — anders als häufig wahrgenommen — keinesfalls überzogen. „Die jüngsten Kampfmittelräumungen im Westen des Gebietes haben gezeigt, dass in Einzelfällen auch sehr gefährliche Gegenstände unmittelbar unter der Oberfläche verborgen sein können.“

Lesen Sie auch: Fröttmaninger Heide: Neuer Fuß und Radweg

und: Fröttmaninger Heide: Warum Goldfische das Ökosystem bedrohen

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