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Gemeinsam zur Arbeit: Stefan Fuchs (Strabag, von links), Michael Ihln (Osram), Dr. Rolf Strotmann (Fujitsu) und Matthias Kürzinger (MAN) hoffen, dass sich viele Mitarbeiter am Projekt beteiligen.

Parkstadt Schwabing

Gegen Staus und Parkplatznot: Firmen setzen auf Fahrgemeinschaften

Vier Großkonzerne mit Sitz in der Parkstadt Schwabing wollen in Zusammenarbeit mit der Stadt firmenübergreifende Fahrgemeinschaften fördern, um Parkplatzmangel und Staus durch den Pendlerverkehr zu bekämpfen. Das Projekt steht und fällt mit der Nutzerzahl.

Zusammen zur Arbeit sind Dr. Rolf Strotmann, Matthias Kürzinger, Michael Ihln und Stefan Fuchs noch nie gefahren. Aber vielleicht bald. Denn ihre Unternehmen haben sich zusammengetan, um firmenübergreifende Fahrgemeinschaften in der Parkstadt Schwabing zu forcieren. Gestern stellten die Vertreter von Fujitsu, MAN, Osram und Züblin/Strabag das Projekt „JobRide“ in einer Auftaktveranstaltung vor.

Rund 200 Firmen sind in der Parkstadt Schwabing ansässig, etwa 12 000 Menschen arbeiten an dem „bedeutenden Gewerbestandort“, wie Andreas Mickisch vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) sagte. Das KVR hat „JobRide“ ins Leben gerufen – als Teil des EU-Projekts „Civitas Eccentric“, das Lösungen für einen umweltfreundlichen Stadtverkehr sucht. Firmenübergreifende Fahrgemeinschaften könnten so eine innovative Lösung sein. Die Vorteile: Durch die Bildung von Fahrgemeinschaften fallen Autos weg. In der Folge gibt es weniger Stau, Abgase werden reduziert und Parkplätze vermehrt. Letztere seien Mangelware in der Parkstadt. Rund die Hälfte der 1000 Mitarbeiter von Fujitsu kämen mit dem Auto, sagte Rolf Strotmann. Firmeneigene Parkplätze gebe es nur knapp 300. Die Stellplatzsuche ist auch bei Osram an der Tagesordnung: „Wir haben schon bei Nachbarfirmen gefragt, ob wir ihnen Kontingente an Tiefgaragenplätzen abkaufen können“, so Ihln.

„JobRide“ könnte für Entlastung sorgen: Die Mitarbeiter der vier Unternehmen – insgesamt rund 2500 – können sich kostenlos bei der SAP-App „TwoGo“ registrieren und am Projekt teilnehmen. „Die Fahrten werden automatisch gematcht. Verschiedene Funktionen ermöglichen eine individuelle, einfache und dynamische Organisation“, erklärte Projektleiterin Miriam Lindenau vom KVR gestern.

Matthias Kürzinger von MAN Bus & Truck kann sich in einem nächsten Schritt auch die Ausweitung des Projekts vorstellen. „Unser Werksgelände ist Deutschland“, sagte er im Bezug auf rund 5000 Vertriebsmitarbeiter, die bei MAN bundesweit tätig sind, auch in Karlsfeld ist ein Standort. Doch damit „JobRide“ Fahrt aufnimmt, braucht es vor allem eins: viele Teilnehmer. „Das Ganze steht und fällt mit der Nutzerzahl“, meinte Stefan Fuchs von der Strabag. Sein Appell ging an Firmen in der Parkstadt, die „noch nicht dabei sind“. So wie Microsoft. Eine Vertreterin bekundete auf Merkur-Anfrage Interesse.

„Es steht allen Unternehmen offen, sich anzuschließen“, betonte Lindenau. Dass viele teilnehmen, dürfte auch im Interesse der Anwohner in dem umliegenden Neubaugebiet sein.

Daniela Schmitt

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