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Umstrittenes Projekt: Eine Tram soll künftig durch den Englischen Garten fahren - auf der Strecke, auf der bisher der Bus unterwegs ist.

Bayernpartei fährt scharfe Geschütze auf

Tram durch Englischen Garten: Jetzt soll sie ein Bürgerbegehren doch noch stoppen

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Der Weg für die Tram-Linie durch den Englischen Garten ist frei eigentlich. Doch es regt sich immer mehr Widerstand gegen das Projekt. Nun soll ein Bürgerbegehren angeregt werden.

München - Der Gegenwind für die geplante Tram durch den Englischen Garten wird schärfer. Nachdem die Schwabingerin Carolina Pougin (50) per Online-Petition bereits mehr als 2000 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hat, fährt die Bayernpartei jetzt schärfere Geschütze auf. In der kommenden Woche wollen sie den Startschuss für ein Bürgerbegehren gegen das Projekt geben.

„Für uns ist das Bürgerbegehren die letzte Möglichkeit, uns gegen dieses Projekt zu wehren“, sagt Mario Schmidbauer von der Bayernpartei. Der Stadtrat hatte den Weg für eine Prüfung der Trasse durch den Englischen Garten im Januar freigemacht - mit weitgehender Zustimmung der CSU. Die galt lange als eiserne Gegnerin einer Garten-Tram, bis Ministerpräsident Horst Seehofer seine Sympathie für das Projekt entdeckte und seine Münchner Parteikollegen in arge Bedrängnis brachte. „Die CSU erlebt ein Wechselbad der Gefühle, das ist ein furchtbares Kasperltheater“, sagt Schmidbauer, der bis vor zwei Jahren noch selbst der CSU angehörte.

„Politisch keine andere Möglichkeit als dieses Bürgerbegehren“

Für ihn ist klar: „Die Gartentram ist ein Politikum, da geht es nicht um die Frage, ob die Trasse sinnvoll ist.“ Eine zufriedenstellende Antwort auf seine Nachfragen zur Tram habe er von den Stadtwerken ebenfalls nicht erhalten. „Uns bleibt politisch keine andere Möglichkeit als dieses Bürgerbegehren“, sagte Schmidhuber am Freitag.

Der Schwabinger Zahnarzt Horst Engler-Hamm (Freie Wähler) hat sich ebenfalls dem Kampf gegen die Tram verschrieben. „Wir haben schon im Bezirksausschuss gegen das Projekt gestimmt“, sagt er. Es sei doch „eine saublöde Sache“, wenn man für 145 Millionen Euro einen Tunnel baue, um den Englischen Garten im Norden wieder zu vereinen, nur um dann ein Stück weiter südlich einen neue Schneise zu schlagen, meint Engler-Hamm. Die Gartentram ist Teil der geplanten Nordtangente, die Bogenhausen mit Neuhausen verbinden soll. Der Abschnitt durch den Englischen Garten ist nicht der einzige, der in Schwabing für Unmut sorgt.

Von Bogenhausen bis nach Laim: Hier soll die Nordtangente für die Tram-Linie verlaufen.

„Gedröhne von der Tram ist die Hölle“

Engler-Hamm ist sich sicher, dass sich viele Schwabinger gegen das Projekt mobilisieren lassen. Eine Tram durch die von Altbauten gesäumte Franz-Joseph-Straße ist für ihn unvorstellbar. Engler-Hamm spricht da aus Erfahrung: „Als Student habe ich in der Maximilianstraße gewohnt und kann Ihnen sagen: Das Gedröhne von der Tram ist die Hölle!“

Carolina Pougin will an ihrer Online-Petition festhalten. „Ich finde es gut, wenn sich Parteien engagieren, möchte mich aber vor keinen politischen Karren spannen lassen“, sagt die Schwabingerin. Pougin hat einen neuen Pfeil im Köcher. Sie wendet sich mit einer Petition an den Bayerischen Landtag - schließlich gehört der Englische Garten dem Freistaat.

Marc Kniepkamp

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