Bürger hatten sich eingesetzt für das Haus an der Leopoldstraße, in dem einst Heinrich Mann wohnte – wohl umsonst. fkn

"Nicht schutzwürdig"

Heinrich-Mann-Haus darf abgerissen werden

München - Es sieht nicht gut aus für die Zukunft des mittlerweile auch als Heinrich-Mann-Haus bekannten Gebäudes an der Leopoldstraße. Auch das Landesamt für Denkmalpflege findet es nicht schutzwürdig.

Wie berichtet, hatte der Eigentümer des Gebäudekomplexes, der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF), bereits im letzten Jahr eine Bauvoranfrage für das Grundstück an der Leopoldstraße 59-61 gestellt. Die sieht einen Abriss der momentan dort stehenden Gebäude und einen mehrstöckiger Neubau vor, mit Zwischenbau zwischen Vorder-und Rückgebäude. Dieses Vorhaben rief den Verein die Altstadtfreunde auf den Plan, die in dem Haus Historisches vermuteten, schließlich hatte an dieser Adresse bis im Jahr 1928 der Schriftsteller Heinrich Mann gewohnt und gearbeitet.

Um der Aufregung um das vermeintliche Mann-Haus Rechnung zu tragen, prüfte das Landesamt für Denkmalpflege Ende vergangenen Jahres die Denkmaleigenschaften der Anlage ein weiteres Mal, kam dabei aber erneut zu einer ähnlichen Einschätzung wie der, mit der auch der WAF in der Sache argumentiert: Bei dem Gebäudekomplex handele es sich um einen Neubau – das ursprüngliche Mann Haus sei im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden. Einen Eintrag in die Denkmalschutzliste lehnt die Behörde somit also weiterhin ab.

Angesichts dieser Tatsachen sieht auch der zuständige Bezirksausschuss Schwabing-Freimann, der sich zuletzt hinter die Erhaltungsinitiative der Altstadtfreunde gestellt hatte, „keinen weiteren Handlungsbedarf“, wie der Vorsitzende Werner Lederer-Piloty (SPD) sagte. Dementsprechend zügig stimmte der BA dann auch über die drei Entwürfe für den Neubau an der Leopoldstraße ab, die der WAF dem Gremium im Rahmen des Vorbescheidverfahrens vorgelegt hatte. Die Stadtteilpolitiker entschieden sich für eine Variante mit einem vergleichsweise schmalen Zwischenbau, betonten aber trotzdem, dass diese Entscheidung nur für den Fall gelte, „in dem ein Neubau nicht zu verhindern ist.“

Wann die Pläne des WAF überhaupt umgesetzt werden, steht momentan noch nicht fest. Zuletzt hatte die Stiftung stets betont, mit der Voranfrage lediglich die Möglichkeiten des Grundstücks ausloten zu wollen. 

Annika Schall

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