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In einer bewegenden Zeremonie wurde Max Mannheimer zu seiner letzten Ruhestätte geleitet.

Beisetzung in München

Bewegendes Begräbnis für Max Mannheimer (†96)

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München - Der jüdische Zeitzeuge Max Mannheimer ist am Dienstagnachmittag auf dem Israelitischen Friedhof in München beigesetzt worden.

Auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in München-Freimann sind 8500 Münchner Juden bestattet. Große Namen sind darunter, wie Hans Lamm, einst Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde. Oder Philipp Auerbach, einst Staatskommissar für religiös oder politisch Verfolgte. Auf manchen Grabsteinen steht: „deportiert und umgekommen“; oder „deportiert nach Riga 1941“. Aber auch: „gefallen vor Verdun, Mai 1916“.

Nun ist auch Max Mannheimer, Bayerns, vielleicht Deutschlands wichtigste Stimme im Kampf gegen das Vergessen der NS-Verfolgung, dort beigesetzt. „Lieber Max, Du warst einzigartig, du bist unersetzlich“, sagte Charlotte Knob­loch in ihrer Trauerrede. Sie lernte Max Mannheimer als jungen Mann kennen – kurz nachdem er dem KZ Mettenheim bei Mühldorf entronnen und bei Tutzing aus einem Todeszug, von Typhus gezeichnet, endlich befreit worden war. Er war ihr Ratgeber und ein enger Freund – auch wenn sie „mitnichten immer einer Meinung“ waren. Doch der Verstorbene habe Differenzen mit seinem unvergleichlichen Humor immer wieder überbrückt. Auf Jiddisch gesagt: „Er war a Mensch“.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter trug sich ebenso wie sein Vertreter Josef Schmid in ein Kondolenzbuch ein. Auch Alt-OB Hans-Jochen-Vogel, Kultusminister Ludwig Spaenle und der Vertreter des Hauses Wittelsbach, Franz von Bayern, kamen, um Max Mannheimers Tochter Eva und dem Sohn Ernst zusammen mit ihren Familien zu kondolieren. Einen Ehrenplatz bei der Trauerfeier hatte die Schwester des Karmeliterkloster auf dem Gelände der Dachauer KZ-Gedenkstätte, Schwester Elija Boßler, mit der Mannheimer in den letzten Jahren eng befreundet war.

Bilder: Max Mannheimer wird in München beerdigt

Bilder: Max Mannheimer wird in München beerdigt 

Unter den Trauergästen waren auch Vertreter von Geschichtsinitiativen, die Max Mannheimer stets unterstützt hatte – zum Beispiel Anna Andlauer aus Markt Indersdorf, Friedrich Schreiber aus dem Würmtal sowie der ehemalige Bürgermeister von Gauting, Ekkehard Knob­loch. „Den Max kannte ich über seine Malerei, die er in der Stockdorfer Kirche ausgestellt hatte.“ Anfang der 1980er Jahre war das. Mannheimer half dann sehr, die ersten Todesmarsch-Mahnmale im Würmtal aufzustellen. Er saß auch in der Jury, die den Mahnmal-Entwurf auswählte. „Max war eine Autorität.“

Charlotte Knobloch zitierte ein Mannheimer-Wort: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber was in Zukunft geschieht, dafür schon.“ Max Mannheimer sei verstummt, sagte die Präsidentin der Kultusgemeinde. „Aber sein Auftrag bleibt.“

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