Technologiestandort am Autobahnende: In die HighLight Towers zieht nächstes Jahr der Computergigant IBM. Foto: Rainer Viertlboeck

Neue Zentrale

IBM zieht in die HighLight Towers

München - Die HighLight Towers in der Parkstadt Schwabing werden bald zu einem der weltweit größten Zentren für künstliche Intelligenz. IBM plant hier einen spezialisierten Standort für seinen Supercomputer Watson.

Wie kann Technologie noch intelligenter werden und wie können die Daten, die durch sie generiert werden, künftig genutzt werden? Diesen Fragen widmet sich IBM bald in der Parkstadt Schwabing. Im Laufe des kommenden Jahres wird der Computerkonzern hier seine weltweit einzige Zentrale für den Geschäftsbereich „Internet der Dinge“ und ein Innovationszentrum rund um das selbstlernende Computerprogramm Watson eröffnen. Rund 1000 Entwickler, Berater, Forscher und Designer sollen zukünftig auf 15 Etagen in den HighLight Towers tätig sein.

Schon vergangene Woche gab es Gerüchte, dass der Konzern den Münchner Norden für seine neue Zentrale ins Auge gefasst hat (wir berichteten). Am Dienstag gab IBM nun offiziell die Pläne für die Parkstadt bekannt.

Der Begriff „Das Internet der Dinge“ beschreibt die Aufrüstung von Gebrauchsgegenständen mit Informationstechnologie. Die so vernetzten Geräte können durch ihre künstliche Intelligenz den Alltag der Menschen einfacher machen. Genutzt wird das zum Beispiel schon bei sich selbst regulierenden medizinischen Geräten, intelligenten Energiesteuerungstechniken fürs Haus und Fahrerassistenz-Systemen für Autos.

Am neuen IBM-Standort können zukünftig Start-Ups, Partner und Forschungseinrichtungen neue Geschäftmodelle und Lösungen in diesem Bereich erproben.

Bei der Weiterentwicklung dieser Technologien helfen wird das Supercomputerprogramm Watson. Das hatte vor einigen Jahren für Schlagzeilen gesorgt, als es in der Quizsendung „Jeopardy“ gegen zwei menschliche Gegner antrat – und gewann. Das Programm ist selbstlernend, versteht Alltagssprache und ist in der Lage, Millionen von Daten in Sekundenbruchteilen zu analysieren. So könnte Watson helfen, aus den Daten, die vernetzte Geräte jeden Tag produzieren, Erkenntnisse über Nutzungsverhalten und Weiterentwicklungsbedarf zu gewinnen. Dass dafür Bedarf besteht, davon ist man bei IBM überzeugt: Über neun Milliarden vernetzte Geräte, die in den nächsten 15 Jahren täglich rund 2,5 Trillionen Bytes produzieren werden, gibt es auf der Welt, schätzt der Konzern. Doch momentan blieben rund 90 Prozent dieser Daten unausgewertet – und das, obwohl der Markt weiter wächst: Bis 2020 wird der Umsatz solcher Technologien auf 1,7 Billionen US-Dollar geschätzt.

Der Mietvertrag von IBM in den HighLight Towers, in dem bereits weltweit agierende IT-Unternehmen wie Unify und Fujitsu eingemietet sind, läuft zunächst bis 2023. Das neue Zentrum ist die größte Investition des Konzerns in Europa seit mehr als 20 Jahren. Mit der Ansiedlung im Münchner Norden ist IBM in bester Gesellschaft: Auch der Software-Hersteller Microsoft baut gerade seine neue Deutschlandzentrale in der Parkstadt.

Annika Schall

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