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Nach zahlreichen Anwohner-Beschwerden steht der Wannda-Circus in München vor dem Aus.

Kommunalreferat reagiert auf Beschwerden

Beliebtes Münchner Kulturspektakel vor dem Aus? Sprecher verzweifelt

Der Kulturverein Wannda lockt im Sommer zahlreiche Gäste zu seinen Veranstaltungen. Nun steht das Projekt vor dem Aus. 

München - Seit 2014 schlägt der Wannda-Circus in den warmen Sommermonaten seine Zelte im Münchner Stadtteil Schwabing-Freimann auf. In wenigen Tagen verwandelt sich die freiliegende Fläche an der Völckerstraße in ein Meer von bunten Girlanden, Foodtrucks und anderen Ständen. In der Mitte thront das Herzstück, ein großes Zirkuszelt. 

Mit im Gepäck hat der Kulturverein ein breites Programm, von Musik und Konzerten bis hin zu Yoga-Stunden und Varieté-Aufführungen. Zumindest an der Völckerstraße könnte im kommenden Sommer allerdings Schluss für den Wannda-Circus sein. Denn die Anwohner stören sich an der lauten Musik und dem Lärm des Open-Air-Festivals. Nun sind sie wohl erhört worden, wie hallo-muenchen.de berichtet.

Wannda Cirkus: Kein Platz mehr für das beliebte Kulturfestival?

Offenbar verweigert das Kommunalreferat eine weitere Genehmigung zur Nutzung der Fläche an der Völckerstraße. Begründet wurde dies in einem Schreiben damit, dass „zur Beseitigung der Schäden (...) intensive und teure Wiederherstellungsmaßnahmen erforderlich seien.“ 

Für den Wannda-Kulturverein sei eine kurzfristige Verweigerung der Genehmigung eine Katastrophe, sagt Sprecher Julian Hahn: „Unser Programm mit langjährigen Investitionen wäre hinfällig und der Verein ruiniert.“ Über die Entscheidung des Kommunalreferats sei er allerdings noch nicht in Kenntnis gesetzt worden.

München: Anwohner klagen über Lärm und Wildpinkler

Die Stadtpolitik sucht den Dialog mit den betroffenen Anwohnern. „Parteiübergreifend habe ich den Antrag gestellt, dass sich alle mit AKIM (Allparteiliches Konfliktmanagement in München) an einen Tisch setzen und einen für alle zufriedenstellenden Kompromiss finden“, erklärt Bezirksausschuss-Mitglied Patric Wolf (CSU). Sein Vorschlag stößt bei den Bürgern allerdings nur auf wenig Gegenliebe. 

Lärm, Müll und Wildpinkler würden 300 bis 400 Menschen betreffen, sagt Robert Eggl, Vorstand der Baugenossenschaft Reichsbahnwerk. Unterstützung erhält er von den Nutzern der nahegelegenen Kleingartenanlage. „Auch wir freuen uns auf Sommerwochenenden im Freien. Aber die Basstöne im Ohr lassen das nicht zu“, meint ein Pächter. Die Zeichen in Schwabing-Freimann stehen also nicht auf eine friedliche Lösung. 

lok

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