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Fahndung ohne Erfolg

BR-Funkturm brennt lichterloh: Erster Verdacht nach Flammen-Inferno erhärtet sich immer mehr

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Gefährlicher Einsatz für die Feuerwehr in München: Ein Funkturm des Bayerischen Rundfunks (BR) brennt plötzlich lichterloh. Der Staatsschutz ermittelt. Erste Indizien weisen auf eine politisch motivierte Tat hin.

  • Am Freitagmorgen (22. Mai 2020) stand ein Funkturm des Bayerischen Rundfunks (BR) in München in Flammen.
  • Ein Großeinsatz der Feuerwehr war die Folge, die Polizei setzte einen Hubschrauber ein.
  • Der Staatsschutz hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung aufgenommen.

Update vom 23. Mai 2020, 9.05 Uhr: Am Freitagmorgen stand ein Funkturm des Bayerischen Rundfunks in Flammen, der Verdacht der Brandstiftung erhärtet sich mittlerweile immer mehr. Wie der BR nun selbst berichtet, sei bereits seit Wochen im Internet aus linksextremistischen Kreisen zu Anschlägen auf „wichtige Infrastruktureinrichtungen“ aufgerufen worden. 

In den Aufrufen sei eine Anleitung zum „Inbrandsetzen von Funkmaskentechnik“ beigefügt gewesen. Wie der BR weiter berichtet, sollen sich zwei ähnliche Anschläge in der Region München erst vor kurzem ereignet haben. Demnach sei ein Mobilfunkmasten im Perlacher Forst in Brand gesetzt und ein Anschlag auf einen Kabelschacht mit Telekommunikationseinrichtungen rund 500 Meter vom Freimanner BR-Gelände von der Polizei registriert worden. 

BR-Funkturm brennt lichterloh: Fahndung noch ohne Erfolg - Tat politisch motiviert?

Update vom 22. Mai 2020, 20.58 Uhr: Haben Täter aus dem linken Spektrum den Sendemast des Bayerischen Rundfunks in Freimann angezündet? In der Nacht auf Freitag hat der Brand des Turms einen großen Feuerwehr- und Polizeieinsatz ausgelöst. Das Präsidium geht von Brandstiftung aus, der Staatsschutz ermittelt.

Kurz vor 3 Uhr schlug die Brandmeldeanlage des BR an der Floriansmühlstraße an. Zeitgleich wählte ein Techniker den Notruf. Die ersten Einsatzkräfte sahen schon bei der Anfahrt einen weit leuchtenden Flammenschein. Der Kabelstrang, der nach oben zum Sendemast führt, stand zu dieser Zeit bereits 30 Meter hoch in Flammen. Die Feuerwehr brauchte drei Stunden, um den Brand zu löschen.

BR-Sendemast angezündet: Polizei geht von Brandstiftung aus.

BR-Funkturm in Flammen: Ähnliches Verhalten in Großbritannien - Wegen 5G?

Da sich keine Hinweise auf einen technischen Defekt ergaben, geht die Polizei von Brandstiftung aus und begann noch in der Nacht mit der Fahndung nach den Tätern. Mehr als 20 Streifenwagen und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Bislang verlief die Suche ohne Erfolg. Auf Nachfrage erklärt der BR, der Sendemast auf dem Betriebsgelände sei nicht frei zugänglich. So müssen sich die Täter gewaltsam Zutritt zu dem Gelände verschafft haben. 

Auswirkungen auf den Sendebetrieb gab es nicht, lediglich der Radioempfang über DAB+ im Norden könnte geringfügig beeinträchtigt sein. Die Höhe des Schadens ist bislang unklar. Erst im Dezember setzten Unbekannte nahe dem BR an der Leinthalerbrücke Glasfaserkabel-Fernleitungen in Brand. Auch dieser Anschlag geht mutmaßlich auf das Konto politisch Linksmotivierter. Gefasst wurde in diesem Zusammenhang noch niemand.

Der Mast in Freimann wird außer vom BR auch von Mobilfunkanbietern genutzt. In anderen Ländern wie etwa Großbritannien verüben seit Wochen Menschen vermehrt Anschläge auf 5G-Mobilfunkantennen. Hintergrund sind Corona-Verschwörungstheorien. Denn es gibt Stimmen, die einen Zusammenhang zwischen dem Ausbruch des Virus und dem 5G-Ausbau herstellen.

BR-Funkturm brennt lichterloh - Polizei fahndet mit Hubschrauber, Staatsschutz ermittelt

11.33 Uhr: Offenbar war es Brandstiftung. Nachdem sich rasch ein entsprechender Anfangsverdacht ergeben hatte, leitete die Polizei rund um Freimann umgehend „größere Fahndungsmaßnahmen“ ein. Mehr als 20 Streifenwagen und ein Hubschrauber waren im Einsatz. 

Am frühen Freitagmorgen brannte der BR-Funkturm in Freimann lichterloh.

Kriminalpolizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen waren ein oder mehrere bislang unbekannte Täter auf das BR-Gelände gelangt und konnten dort den Funkmast in Brand setzen. Aktuell geht die Polizei von einer politisch motivierten Tat (links) aus, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Zur Höhe des Schadens lassen sich bislang keine Angaben machen. 

BR-Funkturm in München brennt lichterloh - Polizei fahndet mit Hubschrauber, Staatsschutz ermittelt

Zeugenaufruf: Wer hat zur angegebenen Tatzeit verdächtige Wahrnehmungen in der Floriansmühlstraße in Freimann gemacht, die mit dieser Brandstiftung in Zusammenhang stehen könnten? 

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 43, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

9.58 Uhr: Um 2.57 Uhr habe die Brandmeldeanlage ausgelöst, berichtet die Feuerwehr München in einer Pressemitteilung. Beinahe zeitgleich habe ein Techniker den Notruf 112 gewählt. Am Einsatzort angekommen standen die Kräfte vor einer komplizierten Aufgabe: „Da der Kabelstrang bereits auf einer Höhe von 30 Metern brannte, entschloss sich der Einsatzleiter zusätzlich zur Drehleiter noch die Hubrettungsbühne (maximale Einsatzhöhe: 53 Meter) einzusetzen.“

Nachdem ein Techniker des Unternehmens die Anlage vom Strom getrennt hatte, konnte der betroffene Bereich kontrolliert werden. Insgesamt drei Technikcontainer am Boden wurden gewaltsam geöffnet. Nach etwa eineinhalb Stunden war der Brand gelöscht.

BR-Funkturm in München brennt lichterloh - Polizei nimmt Ermittlungen auf

Update 22. Mai, 9.30 Uhr: Inzwischen hat auch der BR einen Bericht zum Brand auf dem Gelände des Senders veröffentlicht. „Der Kabelschacht ist durch das Feuer auf voller Länge verkohlt, die Anlage außer Funktion“, heißt es darin. Bemerkt worden sei der Brand offenbar durch einen automatischen Rauchmelder.

Unmittelbare „Folgen für die Sendeleistung“ seien nicht zu erwarten. Beim DAB-Empfang im Münchner Norden könnte es allerdings zu Störungen kommen, wie der BR erklärt. Die Ursache sollen nun Brandfahnder der Polizei ermitteln.

München-Freimann: BR-Funkturm brennt lichterloh - gefährlicher Einsatz für Retter

Ursprungsmeldung:

München - Am frühen Freitagmorgen (22. Mai) gegen 3 Uhr wurde Großalarm ausgelöst. Der Funkturm des Bayerischen Rundfunks (BR) in Freimann brannte lichterloh. Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungskräften rückte in den Münchner Norden aus, auch die Berufsfeuerwehr München war vor Ort. 

Der Einsatz gestaltete sich aufgrund der brennenden Kabelstränge in 30 Meter Höhe und von herabfallenden Teilen schwierig. Gegen 6 Uhr war das Feuer gelöscht.

Was den Brand ausgelöst hat, ist bislang noch nicht klar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und will im Laufe des Freitags über ihre Erkenntnisse informieren.

mm/tz

Ein Fahrradfahrer ist in München tödlich verunglückt. Zuvor war er mit einem „stämmigen“ E-Biker kollidiert. Die Polizei fahndet nun mit Bildern. Aktuelle Nachrichten aus der Landeshauptstadt finden Sie im München-Ressort von tz.de.

Rubriklistenbild: © zema-medien.de

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