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So könnte es aussehe: Die Pläne des Architekturbüros Fritsch und Tschaidse sehen ein dreistöckiges Gebäude an der Floriansmühlstraße als Herzstück des neuen Campus vor.

Die aktuellen Pläne

Umgestaltung des BR-Geländes in Freimann - Es wird konkret

München - Die Umgestaltung-Pläne für das Hauptquartier der Rundfunkanstalt in Freimann nehmen Gestalt an. Im ersten Bauabschnitt 2017 sollen zunächst die Herzstücke der Anlage umgesetzt werden.

Dass der Bayerische Rundfunk (BR) ein neues Hauptquartier in Freimann bekommt, steht schon länger fest, nun werden die Pläne konkreter. In der letzten Sitzung des Bezirksausschuss Schwabing-Freimann stellten die Projektverantwortlichen ihren momentanen Planungsstand vor.

Entstehen soll der „Mediencampus“, wie das Projekt beim BR genannt wird, an der Floriansmühlstraße. Auf dem 20 Hektar großen Gelände, einer momentanen Außenstelle der Rundfunkanstalt, sollen künftig die Abteilungen für Fernsehen, Hörfunk und Internet eine gemeinsame Heimat finden und so den BR fit für die Zukunft machen. Mit der Zusammenlegung will der BR eine bessere Zusammenarbeit der bisher getrennten Medien-sparten erreichen und gleichzeitig die anderen, in die Jahre gekommenen Einrichtungen der Rundfunkanstalt im Großraum München ersetzen. „Die Neuausrichtung in Freimann ist sinnvoll“, betonte deshalb auch Projektleiter Thomas Kiermeyer in der Sitzung des Stadteilgremiums.

Herzstück des Hauptquartiers: Das Wellenhaus

Herzstücke des neuen Hauptquartiers im Münchner Norden sollen ein dreistöckiges Aktualitätenzentrum, so wie das sogenannte „Wellenhaus“ für die Hörfunkabteilungen werden. Mit den Arbeiten hierfür könnte bereits in einem ersten Bauabschnitt ab 2017 begonnen werden. Desweiteren sollen auf dem neuen Gelände unter anderem Infrastrukturgebäude, zum Beispiel für Requisite und Logistik, eine Kinderkrippe und eine Tiefgarage entstehen. Die Bestandsgebäude werden teils saniert, teils abgerissen. Bis 2022, so schätzt Kiermeyer momentan, werden die Arbeiten an den Isarauen insgesamt dauern. Die Pläne für den neuen Campus kommen vom Münchner Architekturbüro Fritsch und Tschaidse, das im Frühjahr vergangenen Jahres den Architekten-Wettbewerb des BR mit seinen Entwürfen gewann. Für die Außengestaltung des Areals ist Landschaftsarchitekt Jörg Stötzer zuständig. Bei den Plänen handelt es sich noch um Vorentwürfe, die momentan dem Planungsreferates zur Genehmigung vorliegen.

In der Bezirksausschusssitzung wurden die Pläne der Rundfunkanstalt insgesamt wohlwollend aufgenommen. Für Irritation bei einigen Stadtteilpolitikern und Anwohnern sorgte allerdings die Ankündigung der Verantwortlichen, dass im Zuge der Bauarbeiten insgesamt 371 Bäume abgeholzt werden würden. Projektleiter Kiermeyer betonte allerdings, dass die Fällungen in enger Absprache mit der zuständigen Naturschutzbehörde geplant worden seien. Außerdem plane man umfassende Ersatzpflanzungen. Bei der Entwicklung der Entwürfe sei zudem stets darauf geachtet worden, dass sie trotz der zusätzlichen Bebauung auch weiterhin ausreichend Platz für Grünflächen enthielten.

Anwohner befürchten Dauerbaustelle

Ebenfalls Sorgen bereitete einigen Anwohnern die Lärm-und Staubbelästigung, die die Dauerbaustelle in ihrer Nachbarschaft mit sich bringen könnte. Auch hier versuchte Kiermeyer zu beschwichtigen. „Natürlich sind Baustellen generell immer mit Lärm und Schmutz verbunden“, sagte er, „aber wir wollen die Arbeiten so ortsverträglich wie möglich gestalten“. Das liege schon deshalb im Eigeninteresse des BR, da während der Bauarbeiten auf dem Freimanner Gelände weiterhin Sendungen geplant und produziert werden würden. Auch ein stark erhöhtes Verkehrsaufkommen nach Abschluss der Bauarbeiten bräuchten die Anwohner nicht zu befürchten. Zwar stünden auf dem Areal nach Fertigstellung knapp 1200 Parkplätze – statt wie bisher 750 –zur Verfügung, man stehe aber im engen Austausch mit der MVG, um auch den Busverkehr der erhöhten Mitarbeiterzahl anzupassen.

Auch für die anderen Dependancen des BR in München und Umland bedeutet der Neubau Veränderungen. Momentan ist geplant den Standort Unterföhring aufzugeben, was aus dem Funkhaus in der Nähe des Hauptbahnhofes werden wird, steht noch nicht abschließend fest.

Annika Schall

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