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CSU-Kandidatin Kristina Frank.

München im Wahlkampf-Modus

Kampfansage beim Fischessen: CSU-Kandidatin Frank stichelt gegen OB Reiter

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Bei der Begrüßung unterläuft Thomas Schmid ein Freud’scher Versprecher. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Schwabing, Ausrichter des traditionellen Fischessens im Hofbräuhaus, bezeichnet Kristina Frank als „designierte Oberbürgermeisterin“.

Gelächter und Gemurmel im mit rund 400 Parteimitgliedern gut besetzten Saal. Schmid bemerkt seinen Versprecher nicht. Er meint „designierte OB-Kandidatin“. Offiziell von der Partei gewählt ist Frank noch nicht. Dies soll im Juni passieren – eine Formsache. An diesem Abend bestreitet die 37-Jährige ihre Feuertaufe. Vor so vielen Parteifreunden hat sie noch nie gesprochen. Ihre Rede ist kurz und gleicht eher einer Vorstellung. Anders ist es aber nicht geplant. Den Part des Festredners übernimmt der Spitzenkandidat für die Europawahl, Manfred Weber.

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Die Zuhörer empfangen Frank mit herzlichem Applaus. Sie erfahren viel Biografisches. Dass Frank in den 90er-Jahren in die JU eingetreten ist, dass die Juristin das Oktoberfest liebt und gleich neben der Theresienwiese geboren wurde, dass sie in der Jugend in einer Bäckerei gejobbt hat und dass sie während ihres Referendariats Auslandsaufenthalte in Jakarta und Sydney absolviert hat – aber sie betont: „Es gibt für mich keinen schöneren Ort als München.“ Dass dies ewig so bleibt, ist für die Mutter eines zweijährigen Sohnes nicht selbstverständlich: „Wir müssen uns gewaltig anstrengen, damit unsere Stadt nicht aus dem Gleichgewicht gerät“, sagt die Kommunalreferentin. Diese Position möchte sie 2020 abgeben und als Oberbürgermeisterin die Geschicke der Stadt lenken. 

Seitenhieb auf „Noch-OB“ Reiter

Dann folgt ein Seitenhieb auf Dieter Reiter (SPD). „Unser Noch-OB“ sei nicht zu beneiden, sagt Frank: Der Streit mit der Händler-Sprecherin des Viktualienmarktes, Elke Fett, und der Ärger mit seiner eigenen Partei, „der alten Tante SPD“, machten ihm zu schaffen. Doch sie könne ihn 2020 „gerne von seinen Pflichten befreien“. Forsch erklärt sie: „Wir haben in München die Bavaria, die Frauenkirche – jetzt wird es Zeit für eine Oberbürgermeisterin.“ Am Ende ist der Applaus eher zurückhaltend. 

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