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Die Leopoldstraße in München - hier soll der neue Radweg verlaufen.

Sie soll von rund 20.000 Radfahrern benutzt werden

Neue Radl-Autobahn von der Innenstadt nach Garching - 900 Parkplätze sollen weg

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Die neue Radl-Autobahn soll vom Karlsplatz über die Brienner Straße und den Odeonsplatz auf die Ludwig- und Leopoldstraße führen.

München - Für den neuen Radschnellweg nach Garching müssten wohl bis zu 900 Parkplätze weg. Das ist das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die der tz in Auszügen vorliegt. Und: „Das ist geeignet, einen mittleren Volksaufstand auszulösen“, schimpft der BA-Chef der Maxvorstadt, Christian Krimpmann. „Man kann in dem Bereich nicht den Leuten ohne eine Kompensation die letzten Parkplätze wegnehmen!“

Die neue Radl-Autobahn soll von der Innenstadt nach Garching führen. Im Landkreis steht die Strecke schon fest, und für die Innenstadt schlagen die Experten im Gutachten nun eine Trasse vor: vom Karlsplatz über Maximiliansplatz und Brienner Straße zum Odeonsplatz. Von dort geht es weiter über Ludwig-, Leopold- und Ingolstädter Straße. Und von dort nach Garching. Die Fachleute prognostizieren für den Sommer bis zu 20.000 Radfahrer täglich, zwischen 5700 und 13.250 an der Stadtgrenze, 3000 bis 6500 auf der Ingolstädter und der Leopoldstraße und zwischen 4500 und 10.250 auf der Ludwigstraße.

Fahrspuren bleiben bestehen

Es sei zwar möglich, die Anzahl der Fahrspuren nahezu uneingeschränkt beizubehalten. Doch das gehe auf Kosten des ruhenden Verkehrs. Der Wegfall von 891 Stellplätzen sei allenfalls in Teilbereichen zu verhindern, indem etwa auf der Ludwigstraße die Fahrspuren reduziert würden. Dadurch könnten etwa 120 Parkplätze erhalten bleiben. Auch sehen die Gutachter noch Probleme an 34 Knotenpunkten sowie mit dem öffentlichen Nahverkehr, gerade im Bereich Münchner Freiheit. Eine Vielzahl von Haltestellen müsste integriert werden.

Auf etwa der Hälfte des innerstädtischen Radschnellwegs wäre auch eine Verbreiterung des Bürgersteigs möglich, Verschlechterungen für Fußgänger werden nur wenige erwartet. Grünanlagen würden ebenso kaum tangiert. Im Gegenteil: Insgesamt versprechen sich die Routen-Planer durch neues Grün entlang der Straße eine hohe städtebauliche Qualität.

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CSU-Stadtrat wenig begeistert

Der Kreisvorsitzende der CSU Schwabing, Stadtrat Thomas Schmid, ist wenig begeistert. „Die CSU hat sich für den Ausbau des Radverkehrs ausgesprochen. Aber man kann das eine nicht gegen das andere tauschen.“ Die Stadt müsse sich überlegen, Alternativen zu schaffen. „Da muss dann halt eine Tiefgarage gebaut werden. Das ist ein bitterer Apfel, aber wir haben ja auch Anwohner, die dort parken.“ BA-Chef Krimpmann schlägt vor, die neue Tiefgarage am Nano-Institut der Uni zu erweitern. „Das könnte einen Ausgleich schaffen.“

Der geplante Rad-Autobahn in voller Länge (zum vergrößern bitte rechts oben auf das Symbol klicken).

Grünen-Fraktionschefin Katrin Habenschaden ist froh, dass die Studie nun vorliegt. „Grundsätzlich wird in München zu viel Platz für den ruhenden Verkehr verschwendet. Es ist effizienter, wenn zehn Quadratmeter für zehn Radler genutzt werden als für ein stehendes Auto.“ SPD-Stadträtin Bettina Messinger: „Dass ein Radschnellweg eine Mindestbreite von drei Metern haben muss und dafür Parkplätze wegfallen, sollte jedem klar sein. Wir halten diese Variante für die beste. Es ist die bekannteste Route, sie hat das meiste Potenzial.“

Vorbild Rhein-Ruhr-Schnellweg

In Niedersachsen und zwischen Mülheim und Essen wurden erste Teilstücke eines neuen Rad-Schnellweges schon eröffnet, der Rhein- Ruhr-Schnellweg soll irgendwann einmal 100 Kilometer lang sein. Radschnellwege sind breiter als herkömmliche. Für die Planer solcher Routen ist nicht der Freizeitradler, sondern der Alltagsverkehr primärer Nutzungszweck. In der Straßenverkehrsordnung ist der Begriff noch nicht verankert, wohl aber sind gewisse Ausbaustandards in einem Papier der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen formuliert.

Sascha Karowski

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